Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
islamische Mystik
#16
Bei Hüseyin Haybat fällt mir Hosh Neva ein und ein Zitat von Hazrat Innayat Khan:
"Musik ist das beste Mittel, die Seele zu erwecken; es gibt kein besseres. Musik ist der kürzeste und direkteste Weg zu Gott."

Ein wunderschönes Gedicht von Rumi:
youtube.com/watch?v=ex9UWYhVAbE&feature=related
Übersetzung
„O Tag erhebe dich!!....es tanzen die Atome, die Seelen, entrückt in Ekstase, tanzen, das Himmlische, auf Grund dieses (Da)Seins, tanzt,. Ich will dir ins Ohr flüstern, wohin ihr Tanz sie führt: Alle Atome und Teilchen, die da sind in der Luft und in der Wüste - hör gut zu - sind genauso verliebt wie wir und jedes einzelne von ihnen, ob glücklich oder hingegeben, findet sich wieder , erstrahlend im hellen Licht der unkonditionierten Seele.”
As Salamu Aleikhum
Zitieren
#17
Von Al-Ghazali:

Oh mein Sohn, es ist leicht, einen Ratschlag zu erteilen, doch viel schwieriger, einen Rat anzunehmen. Denn gemessen am Geschmack derjenigen, die ihren Begierden folgen, ist ein solcher Rat bitter. Ihre Herzen begehren nun einmal das Verbotene; besonders jenes Herz, das oberflächlich betrachtet nach Wissen strebt, in Wirklichkeit aber mit seinem Ich (Ego, nafs) beschäftigt ist und nach weltlichen Vorteilen strebt. Ein solcher Mensch meint, Wissen an sich genüge ihm, daß er alleine dadurch Rettung (najâtah) und Befreiung (khalâSah) fände und darauf verzichten könne, es in die Praxis umzusetzen. So denken die Philosophen.

Gepriesen sei Gott der All-Erhabene. Begreift ein solcher Verblendeter (maghrûr) denn nicht, daß erlangtes Wissen das nicht in die Praxis umsetzt wurde, gegen ihn (am Tag des Jüngsten Gerichts) ein Beweisgrund sein wird? Davor warnte der Gesandte Gottes (Allah's Frieden und Segen seien über ihn) mit Nachdruck, als er sagte: "Am Jüngsten Tag wird die schwerste Strafe denjenigen ereilen, dem sein Wissen vor Gott nichts genützt hat". Ebenso wird überliefert, daß Junaid (möge ihm Allah sein Inneres heiligen) im Traum nach seinem Tod einem Mann begegnete, der zu ihm sagte: "Wie ist es dir ergangen, Abul Ghassem?" Dieser antwortete: "Alle meine Spitzfindigkeiten flogen wie Spreu auseinander und alles Feingeistige war dahin. Mich haben nur die Kniefälle gerettet, die ich bei Mitternacht (in Gottes Anbetung) verrichtet habe."
Zitieren
#18
Von Rumi:

Einer fragt: "Was ist der Nutzen des Wortes?" Rumi antwortet: "Der Nutzen des Wortes ist der, daß es dein Verlangen weckt und dich erregt. Nicht daß durch das Wort Erfüllung zu finden wäre (wäre es so, bedürfte es unserer Anstrengungen und Mühen nicht), vielmehr ist das Wort solcherart, als würdest du in der Ferne etwas Schimmerndes sehen und du gehst ihm nach, um seine Umrisse zu erkennen."

(Rumi: Die Sonne von Tabriz)



Legt mich in die Nähe des Geliebten, wenn ich sterbe.
Blickt er mich an, seid nicht verwundert.
Küßt er mich auf den Mund, seid nicht erstaunt.
Und wenn ich lächelnd dann die Augen öffne, so seid nicht überrascht



Ich bin wie ein blühender Garten,von einer Mauer umschlossen, auf der Gestrüpp und Dornen wachsen. Der Vorübergehende sieht nicht den Garten, nur die Mauer und ihren Mißstand und bemäkelt sie. Warum sollte der Garten ihm zürnen? Die Mißbilligung schädigt nur ihn selbst, denn er muß sich mit der Mauer bescheiden, statt zum Garten zu gelangen. Er wird dem Garten fernbleiben, solange er sich bei dem Tadel der Mauer aufhält.


Aus den überlieferten Reden des Shamsuddin Tabrizi


Nenne den Schlaf der Diener Gottes nicht Schlaf. Eher ist er wie die Wirklichkeit des Wachseins, denn es gibt Dinge, die uns wegen unserer Hinfälligkeit und Schwäche während des Wachseins nicht offenbart werden, aber im Schlaf vermögen wir sie zu sehen und zu ertragen. Und wenn wir wissend geworden sind, werden sie uns ohne Schleier gezeigt.

(aus: Rumi: Die Sonne von Tabriz, Fischer-Verlag)

Gibt es...

Gibt es irgendeinen Liebenden in dieser Welt, o Muselmanen, das bin Ich.
Gibt es irgendeinen Gläubigen oder christlichen Einsiedler, das bin Ich.
Der Bodensatz des Weines, Mundschenk und Sänger, Harfe und Musik, der Geliebte und die Kerze, der Trunk und auch des Trunkenen Freude, das bin Ich.
Die zweiundsiebzig Sekten und Bekenntnisse in der Welt bestehen nicht in Wirklichkeit: Ich schwör's bei Gott.
Jedes Bekenntnis, jede Sekte, das bin Ich.
Erde und Luft, Wasser und Feuer, ja sogar Körper und Seele, das bin Ich.
Das Höllenfeuer, ihr könnt sicher sein, mit seinen lodernden Vorhöllen, ja, auch das Paradies, der Garten Eden und die Paradiesjungfrauen, das bin Ich.
Diese Erde, dieser Himmel und alles, was sie bergen, Engel, Elfen, Genien und die gesamte Menschheit, das bin Ich.

(aus: Willigis Jäger, Die Welle ist das Meer, Herder Spektrum)
Zitieren
#19
Ein hochaktuelles Gedicht von Sa'adi, einem persischen Dichter und Mystiker aus Schiraz, (1190-1283)

"Die Menschenkinder sind ja alle Brüder
aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder
hat Krankheit nur einzig Glied erfasst
so bleibt anderen weder Ruh und Rast ..."

Im Original - persisch - ist es wahrscheinlich noch hundertmal schöner....
Zitieren
#20
(04-10-2010, 12:15)t.logemann schrieb: Ein hochaktuelles Gedicht von Sa'adi, einem persischen Dichter und Mystiker aus Schiraz, (1190-1283)

"Die Menschenkinder sind ja alle Brüder
aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder
hat Krankheit nur einzig Glied erfasst
so bleibt anderen weder Ruh und Rast ..."

Im Original - persisch - ist es wahrscheinlich noch hundertmal schöner....

Ich sehe es eher so wie ein lebendiges System und die Krankkheit spezifisch wie Krebs. Swami Vivekananda hat das sehr schön in seinen Vorträgen beschrieben (bei der Diskussion von Maya) die in dem Büchlein "Jnana Yoga" veröffentlicht wurden.

Ich nehme an, das "kollektive Unterbewusstsein" ist Teil dieses Systems, und die Evidenz für die Reinkarnation, die es ja in Indien durchaus gibt - von daher ist es bei den Indern nicht "Glauben" sondern "Wissen" - könnte darauf zurückzuführen sein.
Zitieren
#21
Von welcher Art von Reinkarnation wird nun innerhalb des Threads "islamische Mystik" gesprochen?

Gruß
Zitieren
#22
(04-10-2010, 19:45)alwin schrieb: Von welcher Art von Reinkarnation wird nun innerhalb des Threads "islamische Mystik" gesprochen?

Gruß

Ein "aside" in der Länge on 1 3/4 Zeilen ist wohl vertretbar - soll ich mal im Vergleich in anderen threads suchen, in wie weit Du Dich immer strengstens am Thema gehalten hast? Icon_neutral
Zitieren
#23
@agnostik
Ich habe nachgefragt, um den Zusammenhang verstehen zu können und keine Vorhaltung gemacht. Ich gebe zu, mit Smileys habe ich es nicht so, weil ich keine passenden finde oder daran denke, einzusetzen. Aber mir ist im Islam bzw. deren Mystik nichts bekannt, was dies angeht, was aber nichts heißen will - daher meine Nachfrage!

Gruß
Zitieren
#24
(04-10-2010, 21:22)alwin schrieb: @agnostik
Ich habe nachgefragt, um den Zusammenhang verstehen zu können und keine Vorhaltung gemacht. Ich gebe zu, mit Smileys habe ich es nicht so, weil ich keine passenden finde oder daran denke, einzusetzen. Aber mir ist im Islam bzw. deren Mystik nichts bekannt, was dies angeht, was aber nichts heißen will - daher meine Nachfrage!

Gruß

Oh - da bitte ich um Entschuldigung!

Ich kenne da auch nichts und würde aus meinem beschränkten Wissen sagen, dass die Idee der Reinkarnation eher der islamischen Mystik widerspricht.

Es gibt wohl bekannte islamische Mystiker - die Namen habe ich vergessen - die der Advaita sehr nahe kommen. Sie haben aber m. W. nicht die Reinkarnation aus der Advaita übernommen.
Zitieren
#25
Deshalb habe ich nachgefragt. Mir ist eben bislang nichts davon im Bereich des Islams bekannt. Es hätte ja sein können...

Gruß
Zitieren
#26
Also irgendwie ist die Vorstellung eines 'Wiederauftauchens' hie und da doch auch im Sufismus zu erspüren, wenn auch nicht als 'Lehre', die ja den monotheistischen Vorstellungen eher widersprechen würde (ebenso wie im Christentum und Judentum) - z.B. in dem bekannten Gedicht Rumis (die letzten zwei Zeilen stehen allerdings nicht in der 'klassischen' Übersetzung von Rückert)

Sieh: ich starb als Stein und stand als Pflanze auf,
Starb als Kraut und nahm als Tier den Lauf,
Starb als Tier und wurde Mensch. Was fürcht' ich dann,
Da durch Sterben ich nicht tiefer sinken kann?
Und wenn ich einst als Mensch gestorben,
Dann sind Engelsflügel mir erworben;
Doch selbst als Engel werde ich vergeh'n -
Unbegreiflich mir - in Gottes Hauch verweh'n.
Oh laß mich nicht-sein, denn das Nichtsein ruft
Im Donnerhall mir zu: "Zurück zu mir kehrst du!"


Da fällt mir wieder ein - vor vielen Jahren vermisste ich mal meine kleine Tochter in der Wohnung, und als ich nachsehen ging, fand ich sie hinter einem Bücherregal sitzen mit einem Bändchen Rumi-Gedichte. Sie strahlte mich an und sagte "Hast Du das gelesen, Papa - das ist so schön..." Icon_smile
() qilin
Zitieren


Möglicherweise verwandte Themen...
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Gottessuche (Mystik des Baha'u'llah) t.logemann 3 5237 26-09-2010, 23:05
Letzter Beitrag: Ekkard
  Grundsatzthemen Mystik Ekkard 0 4260 19-09-2010, 20:43
Letzter Beitrag: Ekkard

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste