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Homoöpathie, quasireligiöser Betrug oder akzeptables Placebovehikel?
#31
Wie ich ausführlich in dem von Dir nicht zitierten Absatz nach der Revisionistenanalogie bemerkt habe, ich habe Dich nicht mit Revisionisten in
einen moralischen Topf geworfen, sondern lediglich auf etwas hingewiesen, mit einem Beispiel von dem in annahm daß Du eine mir ähnliche Sichtweise
vertreten würdest, nämlich daß hierbei, wie auch bei Revisionisten bei Geschichte, von Dir verschiedene Anforderungen an die Beweislast gestellt werden.
Verschieden im Hinblick auf andere Diskussionsthemen(Religion) und verschieden nach der gegebenen Antwort.
Die Behauptung von spirituellen Menschen, sie würden, in diesem und jenem, Gottes wirken und wollen erkennen ist für Dich, meines Wissens nach, nicht
beweiskräftig, obwohl auch und vor allem hier ein abschließender Beweis dafür und dagegen ungleich schwerer, wenn nicht gar unmöglich ist.
Bei Homöopathie ist das Fehlen eines Wirknachweises in Verbindung mit der momentan nur lückenhaften Erklärung der genauen Funktionsweise des
Placeboeffektes aber ein zulässiges Argument ihr zuzugestehen daß sie wirken könnte, ohne den Placeboeffekt, über ihn hinaus, ihn ersetzend oder
wie auch immer. Ich hätte von Dir ehrlich gesagt eine, wenn auch vielleicht mit einem geringen Vorbehalt man könnte philosophisch betrachtet nie 100%
sicher sein versehene Sichtweise erwartet, die Homöopathie als ebenso unwahrscheinlich einstuft wie positive Effekte von Halbedelsteinen,
Botschaften und Wunder Gottes und ähnliches.

Selbstverständlich ist mir mittlerweile klar daß Du Homöopathie nicht für Aberglauben hältst, nichtsdestotrotz steht meine Behauptung, Du würdest
das Fehlen einer absoluten Gewissheit, die sowieso nirgends, nicht einmal bei der Wahrnehmung der eigenen Existenz existiert,
über die exakte chemisch-neuronalen Wirkungsweise für die psychosomatischen Wechselwirkungen die bei Placebos auftreten
auf der Habenseite der Homöopathie verbuchen.
Selbige Vorgehensweise wird, wenn ich mich recht erinnere auch von Dir, bei
religiösen Themen gern mit dem Beispiel der unsichtbaren rosa Elephanten auf der Rückseite des Mondes beantwortet. Nach dem Motto, vollkommen
unmöglich ist zwar gar nichts, aber so unwahrscheinlich daß man eigentlich gar nicht weiter darüber nachdenken bräuchte. Bei Homöopathie legst Du
seltsamerweise eine analoge Argumentation vor zu der die Du sonst zurückweist.

Wenn Du meinen Hinweis auf diese von mir wahrgenommene analoge Argumentation als "untergriffig" bezeichnen möchtest kannst Du das gerne
tun, der Hinweis darauf Du würdest eine solche Sichtweise meinerseits als beleidigend empfinden oder mir gar unterstellst ich würde es absichtlich
darauf anlegen weil ich vermute Du sähest Dich dadurch herabgesetzt hält mich nicht davon ab meine Meinung unverblümt zu äussern. Den Vorwurf der
absichtlichen Schmähung sowie den Hinweis auf eventuell verletzte Gefühle wiese ich einerseits als falsch von mir, und sehe ich andererseits als für
mich von geringer Relevanz an. Sonst dürfte ich auch kaum den Mund aufmachen, so oft wie sich Menschen hier schon auf den Schlips getreten
fühlten wenn ich ihre Glaubensinhalte kritisiere. Für Dich gilt derselbe Maßstab, ich sage offen was ich denke, versuche jedoch absichtliche
Beleidigungen oder verletzte Gefühle zu unterlassen beziehungswiese zu vermeiden wo immer es mir möglich ist.

Auch das Argument der Aufrechnung steht nach wie vor, die Tatsache daß die "allopathische" Medikamentenindustrie verachtenswerte Praktiken ausübt
ist für die Homöopathie nicht von belang. Trotzdem hast Du mehrfach darauf hingewiesen was bei Pharmakonzernen und damit verknüpft im
Gesundheitssystem alles im Argen liegt, und dies in einem Kontext der die Homöopathie verteidigt. Das ist nichts anderes als Aufrechnung, eine
Milderung von Fakten oder Argumenten die man nicht zurückweisen kann oder möchte durch einen Strohmann der ablenken soll.

Wie exemplarisch dieses Zitat, ersteres ist von mir, und darunter Deine Antwort darauf.

Zitat: Zitat:Trotzdem wird es immer noch stillschweigend hingenommen daß Aberglauben Vorschub geleistet wird

Zitat:z.b. dem glauben, daß die pharmaindustrie medikamente auf den markt bringt, weil sie bisher noch nicht behandelbare krankheiten heilen und nicht etwa deshalb, weil sie dem pharmaproduzenten sagenhaften profit versprechen?

Auch der Hinweis auf die unterschiedlichen Größenordnung der aufgewendeten Mittel für allopathische und homöopathische Arzneien fällt in
den Bereich der Relativierung durch Aufrechnung. Ist die Kostensenkung durch die Pharmaindustrie wichtiger für die Kassen und den Staat als eine
Abschaffung oder zumindest Beschränkung der aufgewendeten Mittel für die Homöopathie? Natürlich.
Das macht sie aber weder wirksamer, noch besser, noch sonst irgendetwas.

Es besteht weiterhin ein gewaltiger Unterschied zwischen Meinungen zuzulassen, und sie wortlos zu akzeptieren. Ich verbiete Dir keineswegs
Deine Meinung zu vertreten, genausowenig wie alwin oder sonst jemandem hier oder in anderen Themen. Das bedeutet aber nicht daß ich mich
gezwungen sehe sie nicht zu kommentieren, oder Rücksicht auf Empfindlichkeiten zu nehmen, oder gar eine Zen-Haltung von mir gefordert
ist bei der ich jeder Meinung gleichberechtigtes Gewicht zurechnen muß. Etwas das auch Du nicht tust, und meines Erachtens völlig zurecht. Immer
zurückzustecken und am Ende zu sagen alle hätten Recht ist meiner Ansicht nach auch kontraproduktiv, man kann von mir sicher nicht verlangen daß ich
mich derart rückgradlos verhalte. Manchmal ist so eine Vorgehensweise sicher angebracht, aber nicht immer, manchmal muß man seine Meinung
auch vertreten können dürfen.
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#32
(20-07-2010, 11:25)Hikikomori schrieb: Die Behauptung von spirituellen Menschen, sie würden, in diesem und jenem, Gottes wirken und wollen erkennen ist für Dich, meines Wissens nach, nicht beweiskräftig, obwohl auch und vor allem hier ein abschließender Beweis dafür und dagegen ungleich schwerer, wenn nicht gar unmöglich ist.
Bei Homöopathie ist das Fehlen eines Wirknachweises in Verbindung mit der momentan nur lückenhaften Erklärung der genauen Funktionsweise des Placeboeffektes aber ein zulässiges Argument ihr zuzugestehen daß sie wirken könnte, ohne den Placeboeffekt, über ihn hinaus, ihn ersetzend oder wie auch immer

du raffst es wirklich nicht, oder?

"beweiskräftig" ist etwas völlig anderes als "zugestehen daß sie wirken könnte"

wer für sich selber glaubt, daß gott existiert oder homöopathie wirkt, hat mir ebensowenig was zu beweisen wie dir

vielleicht solltest du einfach mal im thread "die wissenschaft hat festgestellt..." http://religionsforum.de/showthread.php?...3#pid85243 meine position nachlesen

Zitat:Wenn Du meinen Hinweis auf diese von mir wahrgenommene analoge Argumentation als "untergriffig" bezeichnen möchtest kannst Du das gerne tun

hab ich aber nicht. das "untergriffig" bezog sich auf deinen vorwurf, mir wäre die fähigkeit abhanden gekommen, klar zu sehen

weitere ergänzungen zu meiner haltung sollten entbehrlich sein. du darfst natürlich glauben, was du willst. niemand zwingt dich, dich homöopathisch behandeln zu lassen. aber vielleicht könntest du im gegenzug auch andere glauben lassen, was sie wollen, und nicht versuchen, sie (und sei es per verbot der homöopathie bzw. deren kostenübernahme) zu ihrem glück nach deiner vorstellung zu zwingen

bitte versuche nicht auch du, mich in eine diskursive endlosschleife zu verwickeln. wenn ich auf so was bock habe, wende ich mich vertrauensvoll an die üblichen verdächtigen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#33
Vieleicht mal kurz zum Thema "sie könnten ja auch wirken" bzw. "Bekannten von mir helfen sie aber", wie man es häufiger hört.

Wie bereits gesagt war in der Spiegel-Ausgabe vom 12.07.2010 ein sehr interessanter Artikel zum Thema Homöopathie:

"Im Jahr 2005 erschien im medizinischen Fachblatt "Lancet" eine noch genauere Untersuchung. Diesmal waren es Autoren der Universität Bern, die nur Studien berücksichtigten, die den höchsten Evidenz-Ansprüchen genügten. Diese Studien arbeiteten mit einer großen Anzahl von Patienten, die nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt wurden. Die Patienten wussten dabei nicht, ob sie nun das Medikament oder eine wirkstofffreie Zuckerpille, ein sogenanntes Placebo erhielten.
Solche Studien nennt man in der Fachwelt: randomisiert-kontrollierte Studien. Der Vorteil ist dass RCTs deutlich seltener falsche Ergebnisse liefern als andere Arten von Studien. In der Medizin gelten sie deshalb als Goldstandard...
... Auch den Autoren der "Lancet"- Studie von 2005 blieb am Ende nichts anderes übrig als festzustellen, "das die klinischen Effekte der Homöopathie Placeboeffekte sind"..."

Naja und solche Studien gibt es wohl noch mehrfach.
Es ist daher schon mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass besagte Effekte auf einer Placebowirkung beruhen, auch wenn jeder von uns Leute kennt, bei denen das Mittel ach so toll gewirkt hat ;)
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#34
(20-07-2010, 20:18)Gundi schrieb: Es ist daher schon mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass besagte Effekte auf einer Placebowirkung beruhen, auch wenn jeder von uns Leute kennt, bei denen das Mittel ach so toll gewirkt hat ;)

und wenn?

ich seh da kein problem

wems hilft, dem hilfts

das entscheidet jeder für sich
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einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#35
"Placebo-Effekt" ist halt auch so ein Begriff, in den alles mögliche hineingepackt wird, was sich noch nicht so genau erklären lässt.

Aber wenn wir ihn benutzen wollen, dann haben Homöopathen anscheinend einige Übung im Umgang mit der Heilwirkung des "Placebo-Effektes".
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#36
Ok. dass es bei mir ein Placebo Effekt sein soll kann ich noch nachvollziehen, aber wie funktioniert das dann bei meinem Hund? Da wirkt Homoöapathie, Schüssler und Bach nämlich auch??
As Salamu Aleikhum
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#37
(20-07-2010, 21:49)melek schrieb: "Placebo-Effekt" ist halt auch so ein Begriff, in den alles mögliche hineingepackt wird, was sich noch nicht so genau erklären lässt.


Ich würde ihn so verstehen, dass alles unter Placeborefekt fällt was eine Wirkung hat die mit dem eigentlichen Medikament (bzw. den Wirkstoffen darin) nix zu tun hat.
Soll heißen: Wenn ich der einen Gruppe Zuckerkügelchen gebe und der anderen Gruppe homöopathische Globuli und in beiden Gruppen die Anzahl der Menschen, bei denen eine Verbesserung eintritt identisch ist, kann von einer Wirkung des eigentlichen Medikaments nicht ausgegangen werden, da, bei genügend großen Gruppen, der Placeboeffekt (der ohne Wirkstoff eintritt) identisch sein müsste. Wenn meine Gruppe mit den Globuli nicht deutlich mehr positive Ergebnisse hervorbringt, scheint die bei einigen eintretende Verbesserung eben nix mit dem Medikament an sich zu tun zu haben.
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#38
(20-07-2010, 22:04)zahira schrieb: Ok. dass es bei mir ein Placebo Effekt sein soll kann ich noch nachvollziehen, aber wie funktioniert das dann bei meinem Hund? Da wirkt Homoöapathie, Schüssler und Bach nämlich auch??

Hm... ich kann nur mutmaßen, aber vieleicht wäre dein Hund auch ohne die homöopathischen Mittel genauso gesund geworden.
Da aber homöopathische Mittel gegeben wurden ist man vieleicht dazu geneigt ihnen den positiven Gesundheitsverlauf zuzuschreiben...

...vieleicht...
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#39
(20-07-2010, 22:34)Gundi schrieb:
(20-07-2010, 22:04)zahira schrieb: Ok. dass es bei mir ein Placebo Effekt sein soll kann ich noch nachvollziehen, aber wie funktioniert das dann bei meinem Hund? Da wirkt Homoöapathie, Schüssler und Bach nämlich auch??

Hm... ich kann nur mutmaßen, aber vieleicht wäre dein Hund auch ohne die homöopathischen Mittel genauso gesund geworden.
Da aber homöopathische Mittel gegeben wurden ist man vieleicht dazu geneigt ihnen den positiven Gesundheitsverlauf zuzuschreiben...

...vieleicht...

Mit vielen (Infektions-)Krankheiten kommt ein kräftiger Organismus auch ohne Behandlung gut zurecht. Insbesondere dann, wenn ihm der Erreger bekannt ist!
MfG B.
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#40
@Bion: warum dann überhaupt ein Mittel nehmen, egal ob H. oder anderes? ...

@ Hikikomori: Wenn ich mir Deine Postings hier so ansehe, die Länge, die "Intensität", habe ich den Eindruck, daß Du hier einen privaten Kreuzzug gegen die H. veranstalten willst. Genau solche Statements möchte ich von Dir mal zum Thema: "Schafft sofort alle Religionen ab!" (haben bekanntlich mehr Schaden angerichtet und tun´s immer noch als alle H. auf der Welt je anrichten könnte) oder "Schafft sofort jeden privaten Autoverkehr ab!" (dito.) sehen. Dann möchte ich mal erleben was in diesem Forum los wäre.
Also: was hat die H. Dir (oder vielleicht einem Angehörigen) angetan? Fang an zu singen, Schurke! :icon_cheesygrin:
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#41
Zu Hikikomoris (unnötiger) Verteidigung:
Er schreibt immer so viel.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#42
Kann ich Dir zustimmen...
Fällt manchmal recht schwer....

Gruß Alwin
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#43
(20-07-2010, 14:00)petronius schrieb: du raffst es wirklich nicht, oder?

"beweiskräftig" ist etwas völlig anderes als "zugestehen daß sie wirken könnte"

wer für sich selber glaubt, daß gott existiert oder homöopathie wirkt, hat mir ebensowenig was zu beweisen wie dir

vielleicht solltest du einfach mal im thread "die wissenschaft hat festgestellt..." http://religionsforum.de/showthread.php?...3#pid85243 meine position nachlesen


hab ich aber nicht. das "untergriffig" bezog sich auf deinen vorwurf, mir wäre die fähigkeit abhanden gekommen, klar zu sehen

weitere ergänzungen zu meiner haltung sollten entbehrlich sein. du darfst natürlich glauben, was du willst. niemand zwingt dich, dich homöopathisch behandeln zu lassen. aber vielleicht könntest du im gegenzug auch andere glauben lassen, was sie wollen, und nicht versuchen, sie (und sei es per verbot der homöopathie bzw. deren kostenübernahme) zu ihrem glück nach deiner vorstellung zu zwingen

bitte versuche nicht auch du, mich in eine diskursive endlosschleife zu verwickeln. wenn ich auf so was bock habe, wende ich mich vertrauensvoll an die üblichen verdächtigen

Du vermengst hier zwei völlig verschiedene Qualitäten von Behauptungen. Die Existenz Gottes und die Wirksamkeit der Homöopathie.
Diese beiden Behauptungen sind aber nicht analog.

Die Behauptungen Gott würde Wunder(-heilungen) bewirken, oder allgemein zu empfangende Botschaften schicken sind schon eher vergleichbar mit dem
Postulat Homöopathie würde wirken.
Und zwar weil die beiden ersten Beispiele von wahrnehmbaren, objektiv erfahrbaren Vorgängen sprechen, während die Behauptung "Gott existiert"
vollkommen transzendental und damit unfassbar ist, und soweit es die Wissenschaft betrifft, keinerlei Relevanz besitzt.

Deshalb sagt die wissenschaftliche Methode auch klar daß solche Behauptungen nicht (theoretisch/logisch) falsifizierbar sind und daher
ausserhalb ihrer selbst liegen.
Im Gegensatz dazu sind praktisch (noch) nicht falsifizierbare Theorien durchaus akzeptabel, solange sie sich auf einigermassen denkbare
Experimente beziehen. Die Grenze hier ist durchaus schwammig, ohne Frage. Aber Homöopathie sehe ich nicht einmal in der Nähe davon.

Der Satz, der von Dir anderswo zitiert wurde und der besagt daß es mehr zwischen Himmel und Erde gäbe als sich die Schulweisheit träumen könne,
ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Wobei ich jedoch darauf hinweisen möchte daß, ebenso wie der Term "Schulmedizin", auch der Begriff
Schulweisheit von Anhängern einer Opposition geprägt wurde, und daher ebenfalls einen Kakophonismus darstellt, und analog zur evidenzbasierten
Medizin, die moderne (Natur)wissenschaft in Verbindung bringen soll mit den abwertenden Konnotationen. Hierbei die die dem Begriff Schule üblicherweise
innewohnen, zum Beispiel daß etwas erst noch gelernt werden müsse(im Gegensatz zum "Wissen" der Opposition), Trägheit und daraus resultierend
unbewegliches, veraltetes und lediglich eingetrichtertes Wissen. Zudem möchte ich bezweifeln das Shakespeare, der seine Stücke um 1600 herum
schrieb, mit "philosophy" unsere heutige, moderne Wissenschaft im Sinn hatte.
Nichtsdestotrotz hat die Aussage einen wahren Kern, den ich ebenfalls als wichtig einstufe, aber ich benutze ihn nicht um alles phantastische oder
esoterische auf einen eigenen Sockel zu stellen.


Aus wissenschaftlicher Sicht ist es eher ein negatives Kriterium nicht-falsifizierbar zu sein, denn nicht objektiv beobachtbar zu sein ist nur dann
ein Vorteil wenn man etwas nicht widerlegen möchte, etwas ruhig unfasslich und mysteriös bleiben kann. Deshalb werden von der Wissenschaft nicht-
empirische, nicht-falsifizierbare Theorien auch üblicherweise abgelehnt, ganz besonders wenn sie aberwitzige Technik für ihre Falsifikationsexperimente
verlangen oder sogar theoretisch nicht widerlegt werden können.

Besonders eine Deiner Aussagen möchte ich, auch auf die Gefahr mich wieder mal in Redunanz zu üben da ich es ganz zu Beginn schon einmal
angeschnitten habe, seperat nochmal aufgreifen:

Zitat:wer für sich selber glaubt, daß gott existiert oder homöopathie wirkt, hat mir ebensowenig was zu beweisen wie dir

Oh doch, wer behauptet die Homöopathie würde wirken hat mir und dem Gesundheitssystem sehr wohl etwas zu beweisen. Zumindest wenn er
von mir erwartet mit meinen Beiträgen das Loch im Gesundheitssystem mitzustopfen und es überhaupt erst zu unterhalten. Genauso wie mir ein
Geisterjäger Rede und Antwort zu stehen hätte der für seine "Arbeit" staatliche Zuschüße haben möchte oder gar schon erhält.
Glauben darf jeder was er will, aber sobald dieser Glauben Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und damit auf mich hat habe ich jedes Recht mich
einzumischen und meine Meinung zu äussern.




Weiterhin halte ich die Aussage

Zitat: Ich finde es allerdings ein wenig verwunderlich daß Du, als jemand der bei religiösen "Argumenten" oft sehr klar sieht was daran nicht stimmt, bei Themen an denen Dir scheinbar selbst etwas gelegen ist diese Fähigkeit zu einem guten Teil einbüßt...

und Deine Interpretation

Zitat:das "untergriffig" bezog sich auf deinen vorwurf, mir wäre die fähigkeit abhanden gekommen, klar zu sehen

für nicht deckungsgleich. Ich habe lediglich darauf hinweisen wollen daß Du anderswo Argumentationsweisen ablehnst die Du hier anwendest oder akzeptierst,
diese Divergenz aber nicht wahrnimmst. Ausserdem habe ich die Kritik in einem Bonbon verpackt, etwas was Du zuweilen nicht machst wenn Du
Teilnehmer kritisierst, wie beispielsweise Al-Haitam. Ich mache Dir daraus keinen Vorwurf, aber versuche bitte meine Äusserung auch in diesem Licht
nicht so ernst zu nehmen, es ist hier durchaus nichts ungewöhnliches und sicher kein Grund sich großartig angegriffen zu fühlen, ich jedenfalls tue das nicht.
Und ja, man könnte diesen Hinweis als Aufrechnung ansehen, ich würde es zwar Relativierung nennen, aber das ist vermutlich nur ein Euphemismus.
Nichtsdestotrotz habe ich lediglich gesagt "Du argumentierst und widerlegst Argumente meiner Meinung nach sonst so gut, nur hier nicht."

Aber wenn Du es negativ und pauschal interpretieren möchtest kannst Du das gerne tun und darin lesen ich würde Dir die Fähigkeit klar zu sehen
absprechen und Dich damit quasi hintenrum Idiot schimpfen, ich denke ohnehin daß wir spätestens seit Deinem "du raffst es nicht oder?" wieder
halbwegs quitt sein müßten.

Ausserdem möchte ich darauf hinweisen daß ich keinesfalls Einbildung mit "Psychofreak" gleichgesetzt sehen möchte, wie Du das getan hast.
Auch ich bin nicht immun gegen die Mustererkennung des Gehirns, gegen Einbildung und den Placeboeffekt. Insofern halte ich eine Reduzierung eines
wahrgenommenen Effektes auf Einbildung nicht für eine Beleidigung, ebensowenig wie die Zweifel an der Akkuratesse der menschlichen
Wahrnehmung eine sind, auch davon bin ich keinesfalls auszuschließen.




Meine Position ist aber nach wie vor, daß Homöopathie jegliche Förderung verwehrt bleiben sollte, man Schritte unternehmen sollte um die extrem
mangelhafte (natur)-wissenschaftliche Grundbildung in unserer Gesellschaft zu verbessern und Aberglauben damit zu begrenzen, und daß, ebenso wie
bei allopathischen Medikamenten, man damit anfangen sollte von Herstellern nicht nur einen strengen Wirknachweis nach den Prinzipien bestmöglichen
wissenschaftlichen Arbeitens zu verlangen sondern auch empfindliche Strafen für Medikamente zu verhängen die auf den Markt gebracht werden
oder wurden aber auch nach vielen Studien keinen Wirknachweis erbringen konnten. Und ebenso finde ich sollten Universitäten ihre Ansprüche an ihre
wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Studenten anheben, wenn Menschen wie eine Karen Nieber und ähnliche Figuren immer noch den Titel eines
Doktors der Naturwissenschaften(Dr.rer.nat.) oder der Medizin tragen dürfen nachdem sie solch strunzdumme Studien abliefern um einen 10.000 Euro
Preis abzustauben.

Verlange ich daß man meiner Meinung ist? Sicher nicht, insofern verstehe ich nicht wieso Du mich in die Nähe der üblichen Verdächtigen rückst die aus
ideologischen Gründen oder aufgrund von mangelnder Bildung Argumente oft nicht schlüssig führen oder verstehen können und daher Behauptungen wie
in einer Endlosschleife wiederholen, die aber nachweisbar falsch sind.

Alles was ich wiederhole ist meine Sicht der Dinge, und die kann schon von Natur aus nicht falsch sein, weil es bei gewissen Dingen auch kein richtig
gibt und ich denke meine oben eingedampfte Position gehört zu diesen Dingen. Insofern verstehe ich Deinen Widerwillen die Diskussion fortzuführen nicht so ganz.


PS: Auf den anderen Thread komme ich vielleicht später zurück, scheint mir ebenfalls interessant werden zu können, auch wenn ich mit dem meisten
daß Du dort im Eingangspost sagst konform gehe und allenfalls ein paar "aber" oder "unter der Bedingung daß..." hinzuzufügen hätte.
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#44
(21-07-2010, 15:39)humanist schrieb: Zu Hikikomoris (unnötiger) Verteidigung:
Er schreibt immer so viel.


(21-07-2010, 21:27)alwin schrieb: Kann ich Dir zustimmen...
Fällt manchmal recht schwer....

Gruß Alwin

Das tut mir Leid, ich bin mir dessen aber schon bewußt.

Ich halte es für schlechte Rhetorik wenn man viel schreiben muß um wenig zu sagen, und so gesehen habe ich noch jede Menge zu verbessern.
Aber es schwirren soviele Sätze und Argumente durch mein Hirn, die müssen einfach raus.
Jemanden quasi mit einem Übermaß an Text zu erschlagen, mundtot zu machen oder einfach nur zu Tode zu langweilen ist nicht in meinem Sinn, Entschuldigung.

:icon_cheesygrin:
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#45
(21-07-2010, 12:43)Rao schrieb: @ Hikikomori: Wenn ich mir Deine Postings hier so ansehe, die Länge, die "Intensität", habe ich den Eindruck, daß Du hier einen privaten Kreuzzug gegen die H. veranstalten willst. Genau solche Statements möchte ich von Dir mal zum Thema: "Schafft sofort alle Religionen ab!" (haben bekanntlich mehr Schaden angerichtet und tun´s immer noch als alle H. auf der Welt je anrichten könnte) oder "Schafft sofort jeden privaten Autoverkehr ab!" (dito.) sehen. Dann möchte ich mal erleben was in diesem Forum los wäre.
Also: was hat die H. Dir (oder vielleicht einem Angehörigen) angetan? Fang an zu singen, Schurke! :icon_cheesygrin:

Aber ich habe doch schon ähnlich "intensive" Beiträge zu religiösen Glaubensinhalten und dem Stellenwert und die Unterstützung die Religion
einnimmt beziehungsweise beansprucht verfasst. Siehe den Thread in dem ich über die finanzielle und logistische Unterstützung der Kirchen durch den
Staat gewettert habe, und viele mehr. Dieser hier ist nicht viel anders.

Ich bin aber nie soweit gegangen und habe ein Verbot für Religionen oder privaten Autoverkehr gefordert, und ich habe das analog dazu auch
hier bei Homöopathie nicht getan. Ich bin mir nicht sicher was genau Du mit "Intensität" meinst, aber sollten meine Beiträge aggressiv wirken oder ein
revolutionäres Feuer in mir vermuten lassen dann vermitteln sie einen Eindruck den ich nicht transportieren wollte.

Ich habe lediglich verlangt daß man den Pharmakonzernen auch gegen ihren verständlichen Widerstand härtere Daumenschrauben anlegt, und bei der
Gelegenheit auch das Gras auf der Wiese der Alternativmedizin auf gleiche Höhe stutzt, also finanzielle Unterstützung für unwirksame Medikamente
streicht und falls doch mit solchen Mitteln gehandelt wird eine saftige Steuer draufpacken oder Strafzahlungen verlangen, gerade genug damit der
Verdienst durch solche "Medikamente" gegen Null geht. Man sollte ebenfalls die Benutzung von Begriffen wie Medikament oder Arznei auf den Packungen
oder Werbemitteln verbieten. Damit verbiete ich keineswegs Homöopathie selbst, jeder kann sich zuhause alles zusammenpanschen was er will, aber
wenn er ein Produkt herstellt und diesem Produkt Eigenschaften zuschreibt die es nicht hat ist das schlicht und einfach Betrug, oft genug wohl
Selbstbetrug des Homöopathen.

Ich habe weiterhin die Position vertreten daß es unerträglich sei wenn Menschen sich in den Naturwissenschaften bilden und üben, dann
Doktortitel erwerben und sich dann Pseudowissenschaften zuwenden. Das wäre in etwa gleichbedeutend wenn sich ein Geologe nach dem Studium als
Wünschelrutengänger verdingen würde, ein Astrophysiker als Astrologe, oder eben ein Arzt als handauflegender Wunderheiler.
Ich finde es unerhört wenn Menschen den Respekt und die Achtung die solchen Titeln wie Dr.rer.nat. entgegengebracht wird für Scharlatanerie
mißbrauchen, denn damit profitieren sie von der wissenschaftlich-redlichen Arbeitsweise ihrer Kollegen, die diesen Ruf im Laufe der Jahrzehnte und
Jahrhunderte durch meist präzise und ideologisch unbeeinflusste Arbeit und den sichtbaren Früchten dieser Plackerei aufgebaut haben. Sie nutzen
diesen Vertrauensvorschuß nicht nur für profitable Pseudowissenschaften aus, nein sie untergraben ihn auch, wie ein Parasit die Wurzeln eines Baumes.
Aber genauso habe ich gefordert daß man auch allen anderen, absichtlich oder grob fahrlässig und womöglich aus niederen Instinkten wie Gier oder
Geltungsdrang handelnden Wissenschaftlern dieselbe Behandlung angedeien läßt.

Und ich bin zwar kein Schurke, aber glaub mir, Du willst auf keinen Fall daß ich singe. :icon_cheesygrin:
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