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Mormonen und die Vielehe
#1
Mich interessiert an dem Thema nicht so sehr der geschichtliche, als der psychologische Aspekt. Was ging in der Frau von Joseph Smith (Emma) vor, was ging in den Köpfen anderer Frauen bei den Mormonen vor, als Joseph Smith die "Offenbarung" gab, die als Abschnitt 132 in Lehre und Bündnisse (abgekürzt LuB) veröffentlicht wurde, und ich hier Auszugsweise zitiere:

Zitat:LuB 132:52 Meine Magd Emma Smith nehme alle [Frauen] auf, die meinem Diener Joseph gegeben wurden…

LuB 132:55 Gehorcht sie diesem Gebote nicht, dann… werde ich… ihm hundertfältig in dieser Welt geben…Frauen…“

LuB 132:62 Und wenn ihm… zehn Jungfrauen gegeben werden, so kann er keinen Ehebruch begehen.

LuB 132 64 Wenn ein Mann… eine Frau hat, und er lehrt sie [dies] Gesetz… dann soll sie glauben und ihm dienen, oder sie soll vernichtet werden…

Glaubte Emma ihm? Wenn ja, wie war es für sie, als ein der kommenden Frauen die 2. Mrs. Smith wurde?
Wie erlebten diese Frauen ihre Ehen? Waren sie darin glücklich? oder nahmen sie es einfach hin?
Konnten, wie bei der FLDS (fundamentalistische Mormonen) auch Minderjährige geheiratet werden, und, wie sah eine Scheidung aus, wenn sie möglich war?
Wie wurden diese Frauen danach behandelt?
Und abschließend gefragt: Wäre so etwas auch in Deutschland möglich gewesen (Vergangenheit und Gegenwart)?
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#2
Dazu gibt es bei YouTube ein nettes kleines Filmchen, welches darauf ein wenig eingeht:

*http://www.youtube.com/watch?v=wqhb3kNjMwI&feature=c4-overview&list=UUoZ2HeeQNXZiMH67rtVm3Hg
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#3
OT von Harpya entfernt!
MfG B.
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#4
Spezielle Minderjährigkeit wird da nicht behauptet,
Mädchen ab 14 wurden nunmal weltweit verheiratet,
heute auch noch.

Gabs da überhaupt gesetzliche Minderjährigkeit.

Hier geht es heute auch, ist ein Verlobte/r Ausländer muss nur
ein Ehefähigkeitszeugnis des Heimatlandes beigebracht werden.
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#5
(16-02-2014, 18:15)Harpya schrieb: Spezielle Minderjährigkeit wird da nicht behauptet,
Mädchen ab 14 wurden nunmal weltweit verheiratet,
heute auch noch.

Gabs da überhaupt gesetzliche Minderjährigkeit.

Hier geht es heute auch, ist ein Verlobte/r Ausländer muss nur
ein Ehefähigkeitszeugnis des Heimatlandes beigebracht werden.

Ich gehe in dieser Frage davon aus, ob es zu einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Land Altersgrenzen gab, und, wenn ja, ob diese vernünftig sind im Sinne der Entsprechung der geistigen Reife. Denn, ob jemand körperlich reif ist, sagt nichts darüber aus, ob jemand auch geistig und emotional reif ist.
Bezogen auf die Mormonen:

In Illinois, wo die Mormonen vor ihrem Treck nach Utah wohnten, war, wie in den meisten Staaten der USA, die Polygamie verboten. Ein Mindestalter gab es 1840 offiziell nicht, geheiratet wurde meist ab dem 16. Lebensjahr.
Nun kann man sich die Frage stellen, ob jemand in diesem Alter reif für die Ehe ist. Damals vielleicht eher als heute?
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#6
Ehe als was Romantisches ist eine recht junge Sache.
Früher gings doch eher darum ein gutes Geschäft zu machen und die Kinder unterzukriegen.

Ehefähigkeit einer Frau wurde kaum erfragt.
Auch heute noch werden Kinder von den Eltern möglichst gewinnbringend
ungefragt unter die Haube gebracht.

Die Arbeit war hart, die Lebensumstände schlecht, Hygiene etc.
Dir räumliche Bewegungsfähigkeit war auch eingeschränkt.
Die Besiedlung war auch viel dünner, das schränkt die Auswahl ein,
falls die Mädchen überhaupt alleine gelassen wurden.
Ausbildung bei Mädchen kaum gefordert.

Wenn die Lebenserwartung bei 35-40 Jahren liegt
ist es nicht sehr schlau mit der Familiengründung Mitte 20 anzufangen.

Ist ja auch nicht so, das nur alte Säcke junge Mädchen heirateten.
Ehen unter (heutigen) Kindern gabs genauso.

Die Leute früher hatten sicher andere Prioritäten, Rente gabs ja auch nicht,
da musste man schon sehen wo man bleibt.
Wenn die religiösen Spinner aller Religionen auch noch anfangen den
Leuten zusätzliche Regeln ihrer skymaster aufzudrücken wird nur noch komplizierter.

Möglicherweise führte auch ein Frauenüberschuss zu Vielehe.
Frau alleinstehend dürfte damals erhebliche Überlebensprobleme haben.

So soll zum Beispiel die richtige Verbreitung der Mehrehe im osmanischen Reich so entstanden sein,
weil zuviele Männer aus den Dauerkriegen nicht zurückkehrten.

Auch in so Staaten wie Marokko oder Pakistan wo der größte Teil der Bevölkerung unter 25 ist kann
ich mir Ehen mit recht jungen Menschen gut vorstellen.
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#7
(17-02-2014, 19:23)Harpya schrieb: Möglicherweise führte auch ein Frauenüberschuss zu Vielehe.
Frau alleinstehend dürfte damals erhebliche Überlebensprobleme haben.

Das war nicht so im Falle der Mormonen. Wie Volkszählungslisten der damaligen Zeit zeigten, war in der LDS eher ein "Männerüberschuss", was dazu führte, dass es vor allem alte Männer waren, die für sich das Recht in Anspruch nahmen, junge Frauen zu heiraten. Brigham Young, der Nachfolger von Joseph Smith, hatte so viele Frauen, dass es in seiner Familie Streit unter den Frauen gab, und er ernsthaft überlegte, seine Frauen freizugeben (Scheidung). Und Joseph Smith bedrohte seine Frau und andere Frauen mit "Gottes Vernichtung", wenn sie ihn nicht heirateten (und das in mindestens drei nachgewiesenen Fällen, wo die Frauen bereits mit anderen Männern verheiratet waren).
Vielehe löste aber auch Gewaltexzesse aus. So erzählte John D. Lee, ein Adoptivsohn von Brigham Young, der das Mountain Meadows Massaker ausführte, vom Fall Snow. Es geschah Folgendes:

Der alte Bischof Snow gelüstete es nach einer jungen Frau, die bereits verlobt war. Er hatte schon einige Frauen, aber als alter geiler Bock wollte er eine junge Frau haben.
Der Verlobte weigerte sich, die Verlobung zu lösen, und auch seine Verlobte wollte den alten Bock nicht. Dann berief man den jungen Mann auf Mission, in der Absicht, so freie Bahn zu haben. Der junge Mann weigerte sich, was als Ungehorsam ausgelegt wurde. Man beriet sich, und entschied, den jungen Mann durch KASTRATION zu bestrafen. Die Tat wurde ausgeführt, der junge Mann kastriert, und die Frau heiratete den alten geilen Bock. Als Brigham Young davon erfuhr, war er wütend, unternahm jedoch nichts, den Täter zu bestrafen.
Mehr dazu in : Confessions of John D. Lee, fotomechanischer Neudruck der 1880er-Ausgabe, S. 284-286, übersetzt blutsuehne.de.tl/36-In-Utah-flie.ss.t-Blut
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#8
Das sind ja islamische Verhältnisse zu Mohammeds Zeiten.
Da kam dann noch die Verteilung der Kriegsbeute an Frauen dazu.

Mormonische Frauen scheinen mir, deinen Schilderungen nach,
von Sklavenstatus nicht weit weg.
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#9
Ich habe das so gelesen:
die Mormonen waren eine kriegerische Gruppierung, sie siedelten in Indianergebiet. Es gab laufend Kämpfe, 90 % der wehrfähigen Männer starben.

Somit gab es einen enormen Frauenüberschuß. Unverheiratete Frauen waren damals dem Elend preisgegeben. Um diese Not zu beenden, entschieden die Mormonen, daß die Vielehe gestattet wird. Präziser: die Vielweiberei
(Denn es war nur gestattet, daß ein Mann zwei oder drei Frauen hatte, umgekehrt gab es das nicht.)

So wie zur Zeit Moses war es nun gestattet, daß ein Mann mehrere Frauen hatte.

Alternative gab es damals keine. Was hätten denn die ledig gebliebenen Frauen tun sollen ? Sie wären nach dem zu erwartenden Tod ihrer Eltern früher oder später zu Bettlerinnen geworden. Jede junge Frau wußte, daß ihre Eltern zwanzig Jahre vor ihr versterben werden. Und dann ?

Wenn sich nun zwei oder drei Frauen einen Mann teilten, konnte jede von ihnen Kinder bekommen und Mutter werden. Kinder waren damals die einzige Altersversorgung.

Und die Männer hatten damals keinen hohen Stellenwert bei den Frauen. Die Frauenschar hielt sich halt einen Mann als Arbeitsvieh und Soldaten. Mehr war da nicht dahinter.

Man darf sich das nicht so romantisch vorstellen, daß sich da ein Mann den Luxus leistete, drei Frauen zu heiraten. Es war immer so: ein Bursche wollte ein Mädchen heiraten, aber das sagte ihm, daß sie nur einverstanden ist, wenn er auch ihre beiden Schwestern mitheiratet !
Er nahm diese beiden hungrigen Mäuler zähneknirschend in Kauf, er heiratete gegen seinen Willen die Verwandtschaft mit. Seine Ranch war kein Liebesnest, sondern ein Ort des Zankes, wenn die Weiber ihn ausnutzten. Das war eine Art von Lebensgemeinschaft, heute würde man Kommune dazu sagen, damals wurde das Ganze halt religiös verbrämt. Schon um der Kinder willen, denen man nicht zumuten wollte, das Stigma eines vaterlosen Kindes zu tragen.

Ich bin kein Mormone, aber es muß gesagt sein, daß auch Moses zwei Frauen hatte – und da hat sich noch keiner aufgeregt.
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#10
Wenn eine Mormonensiedlung von Indianern angegriffen wurde, dann versteckten sich Weiber und Kinder im Inneren des Blockhauses.
Die Männer verteidigten die Hauser und schossen aus den Fenstern.
Dabei wurden viele Männer von den Pfeilen der Indianer getroffen und verstarben.

Der Sterbende bat seinen Kameraden, seine Frau zu heiraten, damit sie nicht verhungern muß. So fand die Witwe und die Waisen einen neuen Familienernährer.

Die Mormonenkrieger machten sich das so aus, wer die Frau von wem heiraten wird. Wer die Frau von wem heiraten muß. Das war ein Zeichen der Loyalität am gefallenen Nachbarn. Es gab ja damals keine Witwen- und Waisenpension.

Eine Witwe mit vier kleinen Kindern hätte am freien Ehemarkt keinen Mann mehr gefunden, wo es doch zahlreich noch kinderlose Mädchen gab, die selbst verzweifelt nach einem Mann suchten.
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#11
(18-02-2014, 07:07)Gerlinde schrieb: Der alte Bischof Snow gelüstete es nach einer jungen Frau, die bereits verlobt war. Er hatte schon einige Frauen, aber als alter geiler Bock wollte er eine junge Frau haben.
Der Verlobte weigerte sich, die Verlobung zu lösen, und auch seine Verlobte wollte den alten Bock nicht. Dann berief man den jungen Mann auf Mission, in der Absicht, so freie Bahn zu haben. Der junge Mann weigerte sich, was als Ungehorsam ausgelegt wurde. Man beriet sich, und entschied, den jungen Mann durch KASTRATION zu bestrafen. Die Tat wurde ausgeführt, der junge Mann kastriert, und die Frau heiratete den alten geilen Bock. Als Brigham Young davon erfuhr, war er wütend, unternahm jedoch nichts, den Täter zu bestrafen.

Aus welchem Revolverblatt hast Du das wieder her ?
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#12
(18-02-2014, 18:22)Sinai schrieb: Wenn eine Mormonensiedlung von Indianern angegriffen wurde, dann versteckten sich Weiber und Kinder im Inneren des Blockhauses.
Die Männer verteidigten die Hauser und schossen aus den Fenstern.
Dabei wurden viele Männer von den Pfeilen der Indianer getroffen und verstarben.

Der Sterbende bat seinen Kameraden, seine Frau zu heiraten, damit sie nicht verhungern muß. So fand die Witwe und die Waisen einen neuen Familienernährer.

Die Mormonenkrieger machten sich das so aus, wer die Frau von wem heiraten wird. Wer die Frau von wem heiraten muß. Das war ein Zeichen der Loyalität am gefallenen Nachbarn. Es gab ja damals keine Witwen- und Waisenpension.

Eine Witwe mit vier kleinen Kindern hätte am freien Ehemarkt keinen Mann mehr gefunden, wo es doch zahlreich noch kinderlose Mädchen gab, die selbst verzweifelt nach einem Mann suchten.

In der Gemeinschaft für die Witwen und Kinder verstorbener Mitglieder zu sorgen, ohne sich dafür als Gegenleistung mit den ehelichen Pflichten des Beischlafs danken zu lassen, wäre auch eine Möglichkeit gewesen.

Meinst du nicht?

Überhaupt scheint mir das ganze Mormonen-tum eine Art biblischer Swingerclub zu sein.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#13
Wie war das denn wenn alle Männer drauf gingen,
waren dann Frauenheiraten erlaubt, gab ja dann auch vermögende
Witwen der Gestorbenen.

Haben nicht auch Indianer die Frauen "geheiratet", nach ihren Regeln ?

Besser rot als tot.
Wenn die Mormonen ihre Frauen so geknechtet haben, war das vielleicht die beste Lösung.
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#14
(18-02-2014, 18:20)Sinai schrieb: Und die Männer hatten damals keinen hohen Stellenwert bei den Frauen. Die Frauenschar hielt sich halt einen Mann als Arbeitsvieh und Soldaten. Mehr war da nicht dahinter

oh

das hab ich auch schon genau umgekehrt gelesen

man lernt nie aus
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#15
Sind die letzten Beiträge nicht einfach "Mormonen-Bashing" - an den Haaren herbei gezogenen, mehr oder weniger erfundene und vor allem aufgebauschte Geschichten negativen Inhalts.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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