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Kinder atheistisch erziehen?
(04-11-2015, 07:42)Wilhelm schrieb:
(03-11-2015, 22:18)indymaya schrieb: Wenn man Kindern Gott vorenthält oder als nicht existent "einbläut", laufen Kinder Gefahr genau so bekloppt wie ihre Eltern zu werden.

Man kann sehr wohl mit Kindern über verschiedene Religionen und deren Götter oder "keinen Gott" reden. Ich denke, das sie dann weltoffener werden zu anderen Kulturen und nicht so geistig eingeengt sind wie die, die nur in ihrem einen Glauben gefangen sind.

Sehr richtig. Eine atheistische Erziehung bedeutet nämlich nicht automatisch, dass alles Religiöse verteufelt wird.
Man sollte versuchen, den Kindern die Welt in Ihrer Vielfalt und Komplexität nahezubringen. Und Religion gehört da selbstverständlich dazu.
Aber man muss Kindern nicht eintrichtern, dass diese oder jene Religion die einzig Wahre sei und es einen Gott auch ohne jeden Beweis für seine Existenz gibt.

Die Frage ist doch eigentlich nicht nach der Mythologie, also den Geschichten aus Bibel und Märchen, sondern welches Verhältnis wir zu Welt, Tieren, Menschen und Menschengesellschaften einnehmen, um zu überleben. Die mythischen Vorstellungen sind nur Kitt, welche die Beteiligten zusammen bringt.

Wir haben uns im Forum angewöhnt, den Begriff "Glaube" nur als Für-wahr-halten der insbesondere christlichen Mythologie und seiner Transzendenz zu verwenden. Diese Auffassung ist schwer durchzuhalten, wenn es um praktische Sozialisation geht. Denn ich kann Mythologie völlig ablehnen, nicht aber die Beziehungen zu meinen Mitmenschen, Mitgeschöpfen und zu meiner Welt.

Insofern bin ich im praktischen Leben für eben jene Menschenbilder, die sowohl von den Glaubensgemeinschaften als auch vom Humanismus geteilt werden. In dieser Beziehung empfinde ich "Indoktrination" als einen Begriff, der geeignet ist, Verwirrung zu stiften. Denn er vernebelt das Ziel fast aller Erziehenden, ihre Kinder zu Kooperationspartnern ihrer Umwelt zu erziehen. Natürlich gehören dazu auch die "alten Geschichten", die, wörtlich genommen, überholt sind. Gleichwohl schaffen sie Vertrautheit mit Traditionen, die selbst in atheistischen Auffassungen vom Mitmenschen vorhanden sind (und oftmals sehr betont werden!).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard


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