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Anschläge in Paris
#1
Ich gehe mal davon aus, dass jeder hier von den Anschlägen in Paris gehört hat und hoffe, dass niemand direkt betroffen ist.

Für mich stellt sich gerade die Frage, welchen Sinn diese Anschläge für den IS machen. Geht es um reine Machtdemonstration? Provokation? Oder ist das Ziel des IS viel konkreter?

In den Nachrichten wurde ein Flüchtling interviewt, der bereits in Deutschland ist und der sagte, dass seiner Meinung nach der IS mit den Anschlägen erreichen will, dass Flüchtlinge jetzt pauschal wie mögliche Terroristen behandelt und nirgendwo mehr aufgenommen werden. Könnte das sein? Könnte es das Ziel des IS sein, die Flucht speziell der Syrer nach Europa zu verhindern und zu versuchen dieses so zu erreichen?

Ich kann mich auch nicht wirklich gegen mehr Vorsicht aussprechen. Erst am letzten Wochenende sind in der Kleinstadt in der meine restliche Familie wohnt mehr als 1000 Flüchtlinge angekommen und mehr als die Hälfte davon sind aus dem Bus gestiegen und direkt, ohne Registrierung weitergelaufen und, im wörtlichsten Sinne, einfach im Dunkel der Nacht verschwunden. Niemand weiß wo die hingegangen sind, wie viele es waren und woher die kamen. Wirklich niemand.

Bei allem Verständnis und aller Hilfsbereitschaft geht es so doch auch nicht weiter. Wo liegt also der Mittelweg zwischen Vorsicht und Hilfsbereitschaft und was sollte man tun, um den eventuellen Plan der IS nicht aufgehen zu lassen?
Gruß
Motte

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#2
Was ist das Ziel von Terrorismus? Zunächst vermutlich Aufmerksamkeit und Machtdemonstration.
Ob durch den Anschlag in Paris die westlichen Länder darin gestoppt werden sollen, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen wäre nicht mein erster Gedanke, klingt aber gar nicht so unlogisch. Und die erahnten Reaktionen einiger Bürger werden auch nicht ausbleiben.

Das viele Menschen unregistriert nach D kommen ist in der Tat ein Problem. Hier scheint die Politik schlicht völlig überfordert, es fehlt an Konzepten, Mitarbeitern, Unterkünften etc.

Aber ich muss noch nachfragen: Du sagst, die Hälfte verschwand in die Nacht, ohne Registrierung. Was war denn mit den Anderen? Wurden die Menschen alle einfach aus dem Bus geworfen und sich selbst überlassen oder gab es die Möglichkeit zur Registrierung, Unterkunft etc. in diesem Ort?

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#3
(16-11-2015, 12:59)Gundi schrieb: Was ist das Ziel von Terrorismus? Zunächst vermutlich Aufmerksamkeit und Machtdemonstration.

Vermutlich ist das so.

In Syrien und im Irak ist der IS derzeit offenbar wenig erfolgreich. Spektakuläre Aktionen (zB die Einnahme von Mosul durch einige wenige Kämpfer oder die Zerstörung von Palmyra, etc.) bleiben aus.

Durch den Anschlag von Paris hat man wieder die volle Aufmerksamkeit. Mit der Einschleusung von ein paar Terroristen über den Flüchtlingsstrom versucht man einen guten Teil jener Ressourcen zu binden, die für die innere Sicherheit zur Verfügung stehen.
MfG B.
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#4
(16-11-2015, 17:08)Bion schrieb:
(16-11-2015, 12:59)Gundi schrieb: Was ist das Ziel von Terrorismus? Zunächst vermutlich Aufmerksamkeit und Machtdemonstration.

Vermutlich ist das so.

In Syrien und im Irak ist der IS derzeit offenbar wenig erfolgreich. Spektakuläre Aktionen (zB die Einnahme von Mosul durch einige wenige Kämpfer oder die Zerstörung von Palmyra, etc.) bleiben aus.

Durch den Anschlag von Paris hat man wieder die volle Aufmerksamkeit. Mit der Einschleusung von ein paar Terroristen über den Flüchtlingsstrom versucht man einen guten Teil jener Ressourcen zu binden, die für die innere Sicherheit zur Verfügung stehen.
Nun dient wohl eher dazu die rechte Stimmung in den Ländern anzuheizen. Was teilweise in Frankreich nun vorgeschlagen wird ist doch exakt das was die Anschläge bezwecken sollten. Was dann sicherlich die Stimmung in den Ghettos verbessert, nicht! Europa hat eine sehr sehr lange Küste am Mittelmeer, für einen so geplanten Anschlag ständen auch dafür die Mittel zur Verfügung.
Macht sehe ich hinter solchen Anschläge auf weiche Ziele nicht
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#5
Die "Bibel" des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist "Das Koran-Konzept des Krieges", ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen hat, sind die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.

In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist "der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen". Terror, ergänzt er, "ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst."
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#6
Terror (Schrecken) zu verbreiten, ist die Macht der Bedeutungslosen. Insofern gewinnt selbst der Verbrecher, gleichgültig welche Folgen sich ergeben.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#7
Und "morgen" sagen sie uns: "Lasst euch alle einen RFID-Chip einpflanzen, dann seid ihr vorm Terrorismus sicher und wir können den Terrorismus bekämpfen." Auf das läuft es hinaus. Alles ein Plan der Aktivisten der Neuen Weltordnung.
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#8
(16-11-2015, 19:33)d.n. schrieb: Die "Bibel" des Dschihads im 20. Jahrhundert – und ein inspirierendes Werk für viele islamistische Gruppen heute – ist "Das Koran-Konzept des Krieges", ein Buch, geschrieben Mitte der 1970er-Jahre vom pakistanischen General S. K. Malik. Er argumentiert, weil Gott – Allah – selbst jedes Wort im Koran geschaffen hat, sind die Regeln des Krieges im Koran von höherem Gewicht als die Regeln, die von Sterblichen aufgestellt wurden.

In Maliks Analyse der Strategie des Koran ist das Zentrum des Konflikts die menschliche Seele – und nicht irgendein physisches Schlachtfeld. Der Schlüssel zum Sieg, so habe es Allah durch die militärischen Aktionen des Propheten Mohammed gelehrt, sei es, die Seele des Feindes zu treffen. Und der beste Weg ist der Terror. Terror, so schreibt Malik, ist "der Punkt, an dem sich die Mittel und das Ziel treffen". Terror, ergänzt er, "ist nicht das Mittel, um dem Feind eine Entscheidung aufzuzwingen. Er ist die Entscheidung selbst."
Terror als Mittel zum Zweck haben wir schon genutzt. Luftangriffe auf London, Alliierte Bombenangriffe auf Dresden und Hamburg.
Die 2 A-Bomben waren wohl Terror pur und haben ihr Ziel erreicht. Das ist keine Wertung lediglich eine Feststellung. Da braucht es keinen Koran. Das AT würde sich auch dafür nutzen lassen um ein Konzept religiöser Kriegsführung gegen internationales Recht zu "verteidigen". Indy... >ich bin Pegida für Kinderausbeutung aber wahre Christin< liegt doch genau auf der Welle mit ihrer Vorstellung der Endzeit und Apokalypse.
Ansonsten solche "Bibeln" für asymetrische Kriegsführung, Gefangene machen ernsthaft weit im Feindesland etc, oder auch Handbücher für den Terrorismus sind nun auch keine Erfindung von Islamisten.


@Schmied Aluhut gefällig?
Geh nicht ins WWW nutze kein modernes Smartphone, kein modernes Auto, keine Kunststoffkarten, kein Payback kein...
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#9
Eine der Hauptursachen für islamistischen Terror dürfte wohl die Ablehnung der heute im Westen herrschenden weitgehenden Freiheit sein. Sie widerspricht extrem der vom Islam vertretenen, im Frühmittelalter kreierten Ideologie, die nach Vorstellung der wohl allermeisten Muslime auf dieser Welt die einzige gottgefällige Lebensweise darstellt. Islamisten fühlen sich u.a. von Gott dazu aufgefordert, ihre Lebensweise weltweit zu verbreiten und für ihre diesbezüglichen Aktivitäten erwarten sie große Belohnung im gedachten Jenseits, was einige dieser Islamisten in die Lage versetzt, sogar einen der stärksten Triebe auch der Menschen, den Selbsterhaltungstrieb, zu negieren. 

Das wahllose Töten der aus ihrer Sicht Ungläubigen bzw. Häretiker gewinnt durch den Glauben Sinn, sogar dann, wenn es aus ihrer Sicht wahre Gläubige trifft. "Gott wird die seinen schon erkennen" war eine der Begründungen der Teilnehmer des 1. Kreuzzugs für den nach die der Eroberung Jerusalems folgende Mordorgie an der Bevölkerung, der auch Christen zum Opfer fielen. 

Was ist schon der kurze Augenblick des irdischen Lebens gegen das gedachte ewig andauernde Leben im Himmel (Paradies) oder in der Hölle? Glaubt man fest an die Fortsetzung der Existenz nach dem Tod und an die von seiner jeweiligen Religion vorgegebenen Voraussetzungen für ein Leben in ewigem Glück muss man auch islamistischem Terror die Konsequenz seiner Handlungen attestieren.

Schmied schrieb:... ein Plan der Aktivisten der Neuen Weltordnung.

Es ist gut, dass sich der Westen zunehmend von der früher herrschenden religiös geprägten "Weltordnung" löst. Auch die kleinen, noch vorhandenen Reste sinnfreien christlichen Einflusses sollten zu Gunsten weltlicher Vernunft aus westlichem Recht ersatzlos gestrichen werden. Und natürlich darf unser Recht niemals durch islamische Vorstellungen beeinflusst werden. Religion hat Privatsache zu sein.
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#10
Im Prinzip ist Terror die einzige Moeglichkeit, wie der IS uns in diesem ungleichen Krieg treffen kann. Wir befinden uns jetzt seit Jahrzehnten im Krieg; Deutschland selbst beteiligt sich seit 2001 daran. Waehrend in den Laendern des Nahen und Mittleren Osten fast taeglich irgendwo Menschen durch die Kampfhandlungen zu Schaden oder zu Tode kommen, sitzen wir gemuetlich zu Hause und reden uns ein, dass dieser Krieg kein Krieg ist. Diese Anschlaege sind in dem Sinne eine Moeglichkeit, uns zu zeigen, dass da doch noch etwas ist, fuer das wir Verantwortung haben.

Das Vorgesagte bitte ich jetzt nicht als Rechtfertigung misszuverstehen. Das Toeten und Verletzen Unschuldiger ist immer abscheulich. Nur, wir als Gemeinschaft stehen hier nicht ganz mit reiner Weste da.
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#11
Spam von Indymaya entfernt. Er wird dringend gebeten, sachlich zu diskutieren. Schafft er das nicht, macht er drei Tage Pause.
MfG B.
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#12
Warum kann Terror eigentlich keine Rechtfertigung haben?
Eine Rechtfertigung ist doch keine Wertung oder doch?
Muss man etwas automatisch "richtig" oder "gut" finden nur weil man etwas verstehen kann?
Kann etwas "böse" aber "richtig" sein oder nicht?
Der Westen und die Russen führen dort drüben nirgends einen "sauberen" Krieg. Was wir mit Kollaterschaden definieren ist für Betroffene einfach Willkür. Von Willkür zu Terror ist es nicht weit, wenn überhaupt.
Unsere Militärs wägen ab und töten dann im Zweifel Unschuldige, nennt sich dann unvermeidbar und "Krieg" ob Unschuldige bzw. ihre Hinterbliebenen es auch so sehen?
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#13
(18-11-2015, 08:18)Smiler schrieb: Warum kann Terror eigentlich keine Rechtfertigung haben?
Eine Rechtfertigung ist doch keine Wertung oder doch?
Muss man etwas automatisch "richtig" oder "gut" finden nur weil man etwas verstehen kann?
Kann etwas "böse" aber "richtig" sein oder nicht?
Der Westen und die Russen führen dort drüben nirgends einen "sauberen" Krieg. Was wir mit Kollaterschaden definieren ist für Betroffene einfach Willkür. Von Willkür zu Terror ist es nicht weit, wenn überhaupt.
Unsere Militärs wägen ab und töten dann im Zweifel Unschuldige, nennt sich dann unvermeidbar und "Krieg" ob Unschuldige bzw. ihre Hinterbliebenen es auch so sehen?

Einige Aktivitäten des Westens betrachte auch ich als verfehlt. Aber sie lösten den islamistischen Terror nicht aus. Der Terror entsteht aus Interpretationen von Koran und Sunna und ist u.a. in der überlieferten Geschichte des Lebens des Religionsgründers, der als sakrosankt und vorbildhaft gilt, begründet. So erfolgten die Anschläge des 11.09.01 in NY und Washington, denen um die 3000 Zivilisten zum Opfer fielen, aus einem Land, dem die USA im Befreiungskrieg gegen die Sowjetunion beigestanden hatten und sind somit keine Folge militärischer Aktivitäten des Westens.
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#14
(18-11-2015, 08:18)Smiler schrieb: Warum kann Terror eigentlich keine Rechtfertigung haben?
"Du sollst nicht töten!" ist ein Gebot Gottes.
Jeder Mensch, der tötet ist Satan erlegen.
Das Evangelium des Jesus von Nazareth ist der reine Pazifismus und wurde auch bis in das 3. Jahrhundert von Christen praktiziert.
Erst ab Constantin greift Satan ein und bis Heute rechtfertigen auch Päpste "gerechte Kriege", obwohl Jesus das Gegenteil sagt.
Pazifismus wird von Satan bekämpft weil es der Zustand des Reiches Gottes sein wird in dem Satan keine Existenz mehr findet.
Wenn nun Mörder den IS bombardieren oder der IS hier mordet ist es die Spielkonsole Satans.
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#15
(16-11-2015, 11:54)Schmettermotte schrieb: Für mich stellt sich gerade die Frage, welchen Sinn diese Anschläge für den IS machen. Geht es um reine Machtdemonstration? Provokation? Oder ist das Ziel des IS viel konkreter?

Ist ziemlich Simpel.
Es geht bei solchen Anschlägen nicht in erster Linie um Tote, sondern die werden eher gemessen an dem was man vor zu haben versucht - sondern in erster Linie um die gesellschaftlichen Spannungen nach Europa zu transportieren. 

Die IS weiß genau wies in Europa bezüglich Religion bestellt ist.
Die sind immer informiert, und genau das versuchen die gezielt zu provozieren damit es nun endlich ausbricht.

Es ist sinnfrei zu behaupten das der IS nicht informiert ist, was in Europa usw. auch gesellschaftlich abgeht.
Die durchstöbern inkognito ständig Foren, Nachrichten usw. usw. usw.

Das ist ein ganz anderer Krieg den die führen.
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