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Anschläge in Paris
#31
(24-11-2015, 12:34)Ekkard schrieb: Mir wird nie so ganz klar, wovon wir "frei" sein wollen bzw. nach Meinung von Hardcore-Demokraten: sollten. Offensichtlich gibt es Aktivitäten, die nicht ans Licht sollen.

Vielleicht frei von dummen und ueberzogenen Reaktionen, die nichts bringen?

Hier gibt es einen sehr interessanten Kommentar auf SPON, mit der Ueberschrift "Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung":
*http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-ueber-die-irrationale-ausweitung-der-ueberwachung-a-1064508.html


Darin wird aufgezeigt, dass die Kommunikation der Attentaeter keineswegs in irgendeiner Weise verschluesselt verlief, dass fast alle Attentaeter einheimische Staatsbuerger waren, dass fast alle einschlaegig bekannt und schon mal verhaftet waren, und dass ihre Aufenthalte und Taetigkeiten den Behoerden bekannt waren. Der Gipfel ist, dass der Hauptattentaeter im Hochlganzmagazin des IS seinen Wohnsitz bestaetigte, sich ueber die Taetigkeiten der Sicherheitsbehoerden lustig machte und schliesslich die Tat selbst ankuendigte.

Daher die Ueberschrift: Geheimdienste lesen nicht mal Zeitung. Der IS ist sich dessen sogar bewusst und weiss, dass er nicht mal versuchen muss, irgendetwas konspirativ zu machen. Attentate mit oeffentlicher Ankuendigung im Hochglanzmagazin gehen vollkommen an den Behoerden vorbei.

Und wir duerfen unser subjektives Sicherheitsgefuehl damit beruhigen, dass wir die totale Ueberwachung auf jedermann ausweiten. Ein absurdes Theater, wenn die Behoerden noch nicht mal mit den Informationen, die frei zugaenglich sind, irgendetwas Vernuenftiges anfangen koennen.
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#32
Und hier entsteht ein gefährlicher Schneeballeffekt: Die Bombardierungen in Syrien führen sicherlich zu weiteren Anschlägen in Europa, was die Angst der Menschen verstärkt, was rechte Parteien wiederum stärkt....
Aus diesem Schneeballsystem können wir nur aussteige, wenn wir aufhören in Syrien zu bombardieren und andere Wege finden den IS zu bekämpfen, beispielsweise, indem kein Land der Welt mehr mit dem IS Handel betreibt und Öl vom IS kauft...wenn der IS wirtschaftlich massiv geschwächt wird, wird er bald zugrunde gehen.
Zudem muss man für mehr soziale Gerechtigkeit in der Welt sorgen, dann findet der IS nicht mehr so viele Menschen zum Rekrutieren.
Aber soweit denken unsere Politiker leider nicht.
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#33
Zu terroristischen Anschlägen: Dass "man" Angst vor terroristischen Anschlägen hat, ist vollkommen irrational. Denn im Straßenverkehr sterben weitaus mehr Menschen - einfach so.

(12-12-2015, 20:40)Ostermann schrieb: ... und andere Wege finden den IS zu bekämpfen, beispielsweise, indem kein Land der Welt mehr mit dem IS Handel betreibt und Öl vom IS kauft...wenn der IS wirtschaftlich massiv geschwächt wird, wird er bald zugrunde gehen.
Da gibt es in Saudiarabien und anderen Nachbarstaaten aber ganz andere Interessen!

(12-12-2015, 20:40)Ostermann schrieb: Zudem muss man für mehr soziale Gerechtigkeit in der Welt sorgen, dann findet der IS nicht mehr so viele Menschen zum Rekrutieren.
Aber soweit denken unsere Politiker leider nicht.
Oh doch! Nur schaffen wir von Deutschland aus nicht einfach so mehr soziale Gerechtigkeit. Wir haben da eine recht undurchsichtige Gemengelage aus Staats- und Privatinteressen diverser Teilnehmer.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#34
(12-12-2015, 20:40)Ostermann schrieb: Aus diesem Schneeballsystem können wir nur aussteige, wenn wir aufhören in Syrien zu bombardieren und andere Wege finden den IS zu bekämpfen, beispielsweise, indem kein Land der Welt mehr mit dem IS Handel betreibt und Öl vom IS kauft...wenn der IS wirtschaftlich massiv geschwächt wird, wird er bald zugrunde gehen.

Ich sehe den jetzigen Einsatz der Bundeswehr auch sehr kritisch. Die grundlegenden Fragen zu der Aktion sind nicht beantwortet: Was ist das Ziel des Einsatzes (Beseitigung des IS reicht als Ziel nicht, da es keine Machtvakuen gibt, und "demokratisches Syrien" ist weltfremd), und was ist die Exit-Strategie. Da wird in einen Krieg eingestiegen, um Solidaritaet mit Frankreich zu zeigen; ein loeblicher Ansatz, aber eine furchtbare Umsetzung.

Die Sache mit der Isolierung des IS und Stoppen des Handels ist auch einfacher gesagt als getan. Die "Koalition gegen den IS" hat diesen Namen eigentlich nur deshalb, weil das sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner ist, und nicht mal den nehme ich allen Beteiligten ab. Saudi-Arabien oder Katar stehen dem IS von allen Kriegsparteien ideologisch am naechsten. Sie wollen vor allem die Achse Iran/Assad/Hisbollah schwaechen, wozu eine Vernichtung des IS nicht passt. Sie sind eigentlich nur dort, weil sie massiv von den USA dazu gedraengt wurden. Die Tuerkei liegt auf derselben Schiene, obwohl weniger aus ideologischen als aus regional machtpolitischen Interessen. Der IS ist ihr natuerlicher Verbuendeter, weil er die iraqische Regierung und ihre iranischen Unterstuetzer schwaecht und die Kurden, die eigentlichen Feinde der Tuerkei, in Schach haelt. Wobei auch das nicht so simpel ist, da die Tuerkei mit den irakischen Kurden paktiert, waehrend sie gleichzeitig versucht, die syrischen Kurden zu vernichten. Das sind besagte Machtinteressen: die irakischen Kurden garantieren die Schwaeche der irakischen Zentralregierung, den Zugang zu billigem irakischen Oel, ohne dass die irakische Regierung da irgendeinen Einfluss haette, und es aergert den Iran. Die irakischen Kurden machen da mit, weil die Tuerkei ihre Rettungsleine ist, ueber die sie ihren Staat im Staate finanzieren.

Was nun das Oel des IS angeht, so stehen die Vorwuerfe Russlands im Raum, dass die Tuerkei das IS Oel kaufen und daran verdienen wuerde, was von der Tuerkei und den USA als Luege abgetan wird. Russland selbst geht es um die Wiederherstellung der Autoritaet der syrischen Regierung unter Assad, wobei man fairerweise sagen muss, dass sie auch nie etwas anderes behauptet haben. Der IS ist in dieser Hinsicht nur deshalb Gegner, weil er gegen Assads Truppen kaempft. Uebrigens gibt es auch Vorwuerfe, Israel wuerde das IS-Oel kaufen, was ebenfalls vehement dementiert wird. Im Prinzip gibt es ein Szenario, das alle diese Behauptungen unter einen Deckel bringt und auch zeigt, warum es schwierig ist, dem IS den Geldhahn abzustellen. Der IS verkauft sein Oel im Prinzip direkt in seinem Gebiet, also Syrien oder Irak, und zwar an irgendwelche libanesischen und tuerkischen Zwischenhaendler. Dieses Oel wird dann noch im Irak unter das Oel, das ganz offiziell aus der kurdischen Autonomie-Zone exportiert wird, gemischt. Als "kurdisches Oel" kommt es dann in die Tuerkei und wird dort weiterverkauft. Ueber diese Route kann das natuerlich tuerkische Endverbraucher und auch Israel erreichen, und obwohl keiner von beiden direkt mit dem IS Handel treibt, tut er das sozusagen indirekt.

Wobei auch hier nicht sehr glaubwuerdig ist, dass die Tuerkei davon nichts weiss. Ihre Weigerung, selbst nach direkter Aufforderung durch die irakische Regierung die tuerkischen Truppen aus der Gegend von Mossul abzuziehen, spricht da Baende. Die stehen uebrigens nach einigen Berichten sehr nahe bei dem Hauptumschlagplatz fuer das IS-Oel, was auch immer das bedeuten mag.

Wie auch immer, die Terrorgefahr wird der deutsche Einsatz dort gewiss nicht verringern; ganz im Gegenteil.
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#35
Drum bin ich ja der Meinung, auch aus meiner eigenen Kriegserfahrung heraus, das in so einem Fall nur extremste Vernichtung ohne Rücksicht auf Kollateralschäden (exterminatio ad ultimam Foetam) zum Erfolg führen kann,..so hart es klingt, aber solange nicht jeder Versuch unternommen wird, jeden Symapthisanten, ohne Ansehen von Alter und Geschlecht zu eliminierern, wird der IS weiterbestehen,..
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#36
(13-12-2015, 14:45)d.n. schrieb: Drum bin ich ja der Meinung, auch aus meiner eigenen Kriegserfahrung heraus, das in so einem Fall nur extremste Vernichtung ohne Rücksicht auf Kollateralschäden (exterminatio ad ultimam Foetam) zum Erfolg führen kann,..so hart es klingt, aber solange nicht jeder Versuch unternommen wird, jeden Symapthisanten, ohne Ansehen von Alter und Geschlecht zu eliminierern, wird der IS weiterbestehen,..
Tse, damit rechtfertigen Kriegsverbrecher immer ihr handeln. In deinem Fall rate ich doch mal dringend zu einer Therapie. Offensichtlich warst Du für deine Einheit bzw. grundsätzlich zum Kampfeinsatz mental nicht stabil genug.
Ist kein Vorwurf lediglich eine Feststellung. Diese "Strategie" hätte eh keinen Erfolg oder schwebt dir der Genozid aller Moslems vor bzw. Massenmord an ganzen Blutlinien?
Frei nach dem Mooto 1/8 Jude äh meine natürlich IS in der Verwandschaft über 10 Ecken.
Jeder Soldat müsste dich zur Not mit Waffengewalt an deinen Phantasien hindern...
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#37
(13-12-2015, 15:37)Smiler schrieb: Tse, damit rechtfertigen Kriegsverbrecher immer ihr handeln. In deinem Fall rate ich doch mal dringend zu einer Therapie. Offensichtlich warst Du für deine Einheit bzw. grundsätzlich zum Kampfeinsatz mental nicht stabil genug.
Ist kein Vorwurf lediglich eine Feststellung. Diese "Strategie" hätte eh keinen Erfolg oder schwebt dir der Genozid aller Moslems vor bzw. Massenmord an ganzen Blutlinien?

Nee, das ist nur die Anerkennung der Realitaet. Die Welt hat sich, aus durchaus loeblichen humanistischen Gruenden, darauf geeinigt, dass Kriegsfuehrung human sein muss; chirurgisch sozusagen, nur "die Boesen" treffen, aber die Unschuldigen schonen. Allerdings hat sich in dem Scheitern saemtlicher westlicher Kriegsaktionen nach dem zweiten Weltkrieg gezeigt, dass so eine Strategie nicht funktioniert. Sie wird auch bezueglich des IS nicht funktionieren, weil sie von der Annahme ausgeht, der IS waere lediglich eine duenne Decke der Gewaltherrschaft ueber einer Bevoelkerung, die den IS ablehnt. Das ist aber nicht der Fall.

Stattdessen laesst solcherlei Kriegsfuehrung nur Ressentiments wachsen, die das Uebel weitertragen und an Staerke gewinnen lassen, weil eine solche "schonende" Kriegsfuehrung nicht moeglich ist. Im Endeffekt sehen sich die so Traktierten als Opfer konstanten Terrors, und selbst wenn sie besetzt werden, haben sie keinen Anlass, sich je als besiegt zu sehen. Sie sind es nicht: sie muessen nur warten, bis es den Besatzern zu langweilig wird. Der IS hat sich folgerichtig dann etabliert, als die US-Truppen abgezogen waren. In Afghanistan werden die Taliban wieder das Regiment uebernehmen.

Deutschland brauchte zwei Kriege, das halbe Land in Schutt und Asche und Millionen von Toten um endlich zu begreifen, dass es den Kampf verloren hatte. Wer also so ein Zeichen nicht setzen will und nicht bereit ist, so weit zu gehen, der sollte keinen Krieg anfangen.
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#38
(13-12-2015, 19:36)Ulan schrieb:
(13-12-2015, 15:37)Smiler schrieb: Tse, damit rechtfertigen Kriegsverbrecher immer ihr handeln. In deinem Fall rate ich doch mal dringend zu einer Therapie. Offensichtlich warst Du für deine Einheit bzw. grundsätzlich zum Kampfeinsatz mental nicht stabil genug.
Ist kein Vorwurf lediglich eine Feststellung. Diese "Strategie" hätte eh keinen Erfolg oder schwebt dir der Genozid aller Moslems vor bzw. Massenmord an ganzen Blutlinien?

Nee, das ist nur die Anerkennung der Realitaet. Die Welt hat sich, aus durchaus loeblichen humanistischen Gruenden, darauf geeinigt, dass Kriegsfuehrung human sein muss; chirurgisch sozusagen, nur "die Boesen" treffen, aber die Unschuldigen schonen. Allerdings hat sich in dem Scheitern saemtlicher westlicher Kriegsaktionen nach dem zweiten Weltkrieg gezeigt, dass so eine Strategie nicht funktioniert. Sie wird auch bezueglich des IS nicht funktionieren, weil sie von der Annahme ausgeht, der IS waere lediglich eine duenne Decke der Gewaltherrschaft ueber einer Bevoelkerung, die den IS ablehnt. Das ist aber nicht der Fall.

Stattdessen laesst solcherlei Kriegsfuehrung nur Ressentiments wachsen, die das Uebel weitertragen und an Staerke gewinnen lassen, weil eine solche "schonende" Kriegsfuehrung nicht moeglich ist. Im Endeffekt sehen sich die so Traktierten als Opfer konstanten Terrors, und selbst wenn sie besetzt werden, haben sie keinen Anlass, sich je als besiegt zu sehen. Sie sind es nicht: sie muessen nur warten, bis es den Besatzern zu langweilig wird. Der IS hat sich folgerichtig dann etabliert, als die US-Truppen abgezogen waren. In Afghanistan werden die Taliban wieder das Regiment uebernehmen.

Deutschland brauchte zwei Kriege, das halbe Land in Schutt und Asche und Millionen von Toten um endlich zu begreifen, dass es den Kampf verloren hatte. Wer also so ein Zeichen nicht setzen will und nicht bereit ist, so weit zu gehen, der sollte keinen Krieg anfangen.
Falsch es geht nicht um klassische Kriegsführung bei seinen Ausführungen, bitte lesen was er genau schreibt. Nach deinem Beispiel hätten die Aliierten am Ende des WW II alle NSDAP-Mitglieder und Sympathisanten erschießen müssen.
der IS ist kein Staat und hat im klassischen Sinn weder eine Rüstungsindustrie noch eine Armee, der Bombenterror gegen Deutschland hat auch nicht viel bewirkt.
Um Terror zu beenden Massenmord?
Hm, ja irgendwie ziemlich daneben
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#39
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: Falsch es geht nicht um klassische Kriegsführung bei seinen Ausführungen, bitte lesen was er genau schreibt.
Nach deinem Beispiel hätten die Aliierten am Ende des WW II alle NSDAP-Mitglieder und Sympathisanten erschießen müssen.
"Klassische Kriegsfuehrung", was den 2. Weltkrieg einschliesst, beinhaltete Voelkermord und Verbrechen gegen die Zivilbevoelkerung. Da fallen die bekannten Graeueltaten der Wehrmacht drunter, aber auch die Flaechenbombardements deutscher Staedte durch die Alliierten. Bis zum letzten Mann muss man natuerlich nicht gehen; es geht "nur" um vollkommene Demoralisierung.
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: der IS ist kein Staat und hat im klassischen Sinn weder eine Rüstungsindustrie noch eine Armee
Der Islamische Staat ist kein Staat? De facto ist er das schon, auch wenn er de jure nicht anerkannt wird. Eine Ruestungsindustrie hat er wohl nicht, aber das ist in der Gegend eh wohl eher die Ausnahme, von Israel mal abgesehen. Es gibt da so einige de facto Staaten, wie z.B. die Autonome Region Kurdistan.
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: , der Bombenterror gegen Deutschland hat auch nicht viel bewirkt.
Nun, wenn Deutschland jetzt meint, sich da reinmischen zu muessen, wird das schon.
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: Um Terror zu beenden Massenmord? Hm, ja irgendwie ziemlich daneben
Es war natuerlich daneben, diese Kriege seitens des Westens ueberhaupt anzufangen. Der Terror ist ja im Prinzip nur eine Reaktion darauf, wegen des ungleichen Kraefteverhaeltnisses. Nur, jetzt haben wir den Salat. Und ohne Unterstuetzung durch die Bevoelkerung wuerde sich der IS nie halten koennen. Die Bevoelkerung scheint wohl ganz zufrieden zu sein, dass wieder Ordnung herrscht, die Lebensmittelversorgung wieder klappt, etc.

Und der Westen geht mal wieder dahin und schmeisst Bomben in die Feier. So geht das halt nicht.
Um die Kurve zu kriegen: Wenn man sich in so einen Krieg stuerzt, muss man das tun, was d.n. gesagt hat, wobei es nicht um die Erfuellung des Buchstabens geht, sondern die Entschlossenheit, die dahintersteckt. Wenn man das aber nicht will, dann soll man den Krieg lassen, weil der Grund wohl nicht stark genug ist.

Diese Sache mit der humanen Kriegsfuehrung erinnert mich so etwas an einen Cartoon ueber Biometzger: "Fleisch aus schonender Hausschlachtung in Anwesenheit der Bezugsperson".
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#40
Meiner Auffassung nach sieht sich der "IS" selbst in einem Selbstverteidigungsfall. Mir wird viel zu wenig darüber gesprochen, was der politische Auslöser sein könnte. Der IS hat sich 2003 gegründet als die Staaten den Irak destabilisierten und nahezu alle notwendigen Strukturen des Landes zerstörten. Auch hier wurde von einer christlichen Logik gedacht: die würden schon die andere Wange hinhalten. Dumm nur, dass der Islam nicht vorsieht, in einem solchen Fall die andere Wange hinzuhalten. Wenn wir davon ausgehen, dass sich der IS selbst in einer solchen Verteidigungssituation sieht, können wir auch erkennen, dass weitere Allianzen schmieden und Bomben zu werfen dieses Problem nicht lösen wird. Die Frage ist also, wie können wir auch nach islamischer Theologie feststellen, dass das, was der IS tut, nicht durch einen Selbstverteidigungsfall gedeckt ist. Da muss man ansetzen, dann wird auch der Zulauf geringerer. Man muss diese Leute in ihrer eigenen Logik delegitimieren.
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#41
(13-12-2015, 23:48)Ulan schrieb: [quote='Smiler' pid='184526' dateline='1450033884']
Falsch es geht nicht um klassische Kriegsführung bei seinen Ausführungen, bitte lesen was er genau schreibt.
Nach deinem Beispiel hätten die Aliierten am Ende des WW II alle NSDAP-Mitglieder und Sympathisanten erschießen müssen.
Zitat:beinhaltete Voelkermord und Verbrechen gegen die Zivilbevoelkerung. Da fallen die bekannten Graeueltaten der Wehrmacht drunter,
Glücklicherweise ist das nicht nicht Teil der Kriegsführung, war es auch noch nie. Psychopathen gibt es überall und was diese Greultaten bezweckt haben bzw. erfolgreich waren kann man getrost bezweifeln.
Zitat:"Klassische Kriegsfuehrung", was den 2. Weltkrieg einschliesst,  aber auch die Flaechenbombardements deutscher Staedte durch die Alliierten. Bis zum letzten Mann muss man natuerlich nicht gehen; es geht "nur" um vollkommene Demoralisierung.
Das hat bei uns in der Form nicht funktioniert, es hat bei den Russen im WW II nicht, Vietnam, Korea, Afghanistan... und wie willst Du das nun umsetzen wenn es überhaupt nicht "DIE Bevölkerung die ihrem Führer folgt existiert?"
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: der IS ist kein Staat und hat im klassischen Sinn weder eine Rüstungsindustrie noch eine Armee
Zitat:Der Islamische Staat ist kein Staat? De facto ist er das schon, auch wenn er de jure nicht anerkannt wird. Eine Ruestungsindustrie hat er wohl nicht, aber das ist in der Gegend eh wohl eher die Ausnahme, von Israel mal abgesehen. Es gibt da so einige de facto Staaten, wie z.B. die Autonome Region Kurdistan.
Wenn Bombardier Saudi Arabien, dort hast Du die Möglichkeiten die dir vorschweben. Was willst Du denn nun exakt in der Fläche bombardieren? Jedes Dorf, jede Stadt in der die IS sich verschanzt oder die Macht übernommen hat?
Dann bau mal schnell KZ und verfrachte jeden Moslem der sich in der westlichen Welt befindet dort rein und weg mit dem^^.
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: Der Bombenterror gegen Deutschland hat auch nicht das bewirkt, was die Aliierten sich versprachen.
Zitat:Nun, wenn Deutschland jetzt meint, sich da reinmischen zu muessen, wird das schon.
???,
(13-12-2015, 21:11)Smiler schrieb: Um Terror zu beenden Massenmord? Hm, ja irgendwie ziemlich daneben
Zitat:Es war natuerlich daneben, diese Kriege seitens des Westens ueberhaupt anzufangen. Der Terror ist ja im Prinzip nur eine Reaktion darauf, wegen des ungleichen Kraefteverhaeltnisses. Nur, jetzt haben wir den Salat. Und ohne Unterstuetzung durch die Bevoelkerung wuerde sich der IS nie halten koennen. Die Bevoelkerung scheint
Wenn ich richtig informiert bin, bringt der IS mögliche "Gefährder" um...
Zitat:wohl ganz zufrieden zu sein, dass wieder Ordnung herrscht, die Lebensmittelversorgung wieder klappt, etc.
Ehrlich? Du machst den dort lebenden zum Vorwurf das sie irgendwie überleben wollen.


Zitat:Diese Sache mit der humanen Kriegsfuehrung erinnert mich so etwas an einen Cartoon ueber Biometzger: "Fleisch aus schonender Hausschlachtung in Anwesenheit der Bezugsperson"
Wird "humane Kriegsführung" was soll das eigentlich sein, jetzt der neue Kampfbegriff als Ergänzung zum "Gutmensch"?
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#42
Nett, wie Du Dich an einer Punkt-fuer-Punkt-Antwort versuchst, dabei aber meine eigentliche Hauptaussage herausschneidest. Ein Schelm, wer Boeses dabei denkt. Nun denn.
(14-12-2015, 10:51)Smiler schrieb: ???,
Dein Zitat ist editiert. Wie auch immer, der Bombenterror der Alliierten in Deutschland hat genau das bewirkt, was er sollte. Jedermann, ausser ein paar Fanatikern, begriff, dass dieser Krieg endgueltig und unumkehrbar verloren war. Es gab nach dem Krieg keinerlei nennenswerten Widerstand mehr, ganz anders als nach dem 1. Weltkrieg. Die Hochburgen der Ewiggestrigen gab's mehr in den Gebieten, an denen die Zerstoerung vorbeigegangen waren.
(14-12-2015, 10:51)Smiler schrieb: Ehrlich? Du machst den dort lebenden zum Vorwurf das sie irgendwie überleben wollen.
Ich halte Deine Aussage fuer eine fatale Fehleinschaetzung. Ich denke, dass das Gros der Sunniten im Gebiet des Islamischen Staates ihre neue Regierung fuer vollkommen in Ordnung haelt, jedenfalls besser als die Alternativen (Assad oder die irakische Zentralregierung). Zumindest weisen Medienberichte darauf hin. Was uebrigens sehr schwarz fuer die derzeit geplanten Aktionen sehen laesst.
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#43
Ich lass mal die Beleidigungen deinerseits, smiler unter den Tisch fallen,.. weder bin ich traumatisiert noch psychopathisch veranlagt,.. andernfalls würde ich wohl nicht in meiner Position Polizeidienst versehen,.. Es war die eine rein rationale, emotionsfreie Analyse der Situation, unter Berücksichtigung diverser Kriege der letzten Jahrtausende,.. immer hat sich gezeigt, dass nur die kompromissloseste, brutalste Durchführung langfristig zum ziel führte,.. siehe Dschingis Kahn, der jeden Widerstand bis aufs letzte ausrottete, dadurch bei der nächsten Stadt gleich deren Kapitulation entgegennehmen konnte, siehe SPQR, welche durch gezielte Vernichtung ganzer rebellierender Volksstämme über Jahrhunderte ihr Imperium aufrecht erhalten konnten,...ein "zivilisierter Krieg" ist nur zwischen Nationen möglich, die bereit sind, sich an vereinbarte Spielregeln zu halten,... bei barbarischen Gegnern, wie dem NS regime oder dem IS, welche gegen jeder Konvention oder Landkriegsordnung handeln, kann man nur durch äußerste Brutalität und Entschlossenheit punkten,.. alles andere wird als Schwäche angesehen und dementsprechend ausgenutzt
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#44
(14-12-2015, 14:39)d.n. schrieb: Ich lass mal die Beleidigungen deinerseits, smiler unter den Tisch fallen,.. weder bin ich traumatisiert noch psychopathisch veranlagt,.. andernfalls würde ich wohl nicht in meiner Position Polizeidienst versehen,.. Es war die eine rein rationale, emotionsfreie Analyse der Situation, unter Berücksichtigung diverser Kriege der letzten Jahrtausende,.. immer hat sich gezeigt, dass nur die kompromissloseste, brutalste Durchführung langfristig zum ziel führte,.. siehe Dschingis Kahn, der jeden Widerstand bis aufs letzte ausrottete, dadurch bei der nächsten Stadt gleich deren Kapitulation entgegennehmen konnte, siehe SPQR, welche durch gezielte Vernichtung ganzer rebellierender Volksstämme über Jahrhunderte ihr Imperium aufrecht erhalten konnten,...ein "zivilisierter Krieg" ist nur zwischen Nationen möglich, die bereit sind, sich an vereinbarte Spielregeln zu halten,... bei barbarischen Gegnern, wie dem NS regime oder dem IS, welche gegen jeder Konvention oder Landkriegsordnung handeln, kann man nur durch äußerste Brutalität und Entschlossenheit punkten,.. alles andere wird als Schwäche angesehen und dementsprechend ausgenutzt
Beleidigungen kann ich keine erkennen aber wenn jemand so wenig Wertschätzung für das Grundgesetz, Menschenrechte und alles andere übrig hat und dessen einzige Antwort
auf den lächerlichen Terror einiger Tausend mit dem Mord an Millionen Zivilisten besteht und dieses mit irgendwelchen alten Kamellen verteidigt zweifel ich einiges an.
Wie erfolgreich deine Vorbilder in der heutigen Zeit wären kann man sich an einer Hand ausrechnen.
Ach und im Polizeidienst findet sich auch nur ein ganz normaler Querschnitt der Bevölkerung.
Nachhaltigkeit zeigt sich im Umgang mit dem Gegner und dem Besiegten. Die Alliierten haben aus den Fehlern des WW I gelernt und natürlich das heraufdämmern des kalten Krieges. Äußerste Brutalität die erfolgreich gewesen wäre kann ich gerade bei den modernen Kriegen nicht sehen. Brutaler als Nazideutschland war wer?
Die Alliierten sicherlich nicht.

Was irgendwie die meisten immer wieder vergessen, die Koalition gegen den Terror seit 9/11 hat hunderttausende Zivilisten getötet Regionen vollkommen destabilisiert und den daraus entstandenen Terror durch den Mord an Millionen Zivilisten bekämpfen erscheint mir plausibel, nicht.
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#45
(14-12-2015, 13:20)Ulan schrieb: Nett, wie Du Dich an einer Punkt-fuer-Punkt-Antwort versuchst, dabei aber meine eigentliche Hauptaussage herausschneidest. Ein Schelm, wer Boeses dabei denkt. Nun denn.
(14-12-2015, 10:51)Smiler schrieb: ???,
Dein Zitat ist editiert. Wie auch immer, der Bombenterror der Alliierten in Deutschland hat genau das bewirkt, was er sollte. Jedermann, ausser ein paar Fanatikern, begriff, dass dieser Krieg endgueltig und unumkehrbar verloren war. Es gab nach dem Krieg keinerlei nennenswerten Widerstand mehr, ganz anders als nach dem 1. Weltkrieg. Die Hochburgen der Ewiggestrigen gab's mehr in den Gebieten, an denen die Zerstoerung vorbeigegangen waren.
(14-12-2015, 10:51)Smiler schrieb: Ehrlich? Du machst den dort lebenden zum Vorwurf das sie irgendwie überleben wollen.
Ich halte Deine Aussage fuer eine fatale Fehleinschaetzung. Ich denke, dass das Gros der Sunniten im Gebiet des Islamischen Staates ihre neue Regierung fuer vollkommen in Ordnung haelt, jedenfalls besser als die Alternativen (Assad oder die irakische Zentralregierung). Zumindest weisen Medienberichte darauf hin. Was uebrigens sehr schwarz fuer die derzeit geplanten Aktionen sehen laesst.

Da muss ich dich korrigieren.
Das Bombardieren deutscher Städte führte keineswegs dazu, dass die Bevölkerung erkannte was für ein brutaler Bastard Hitler war, im Gegenteil, die Bombardierungen schweißten die Menschen nur noch enger an dieses brutale Regime, weil die Nazis für ihre Propaganda die Bombardierungen ausschlachteten und einen auf Volksnähe machen.
Der D-Day  und die daraufin folgenden monatelangen Kämpfe waren es, die diesen Krieg beendet haben, das Bombardieren von Städten in denen fast nur Zivilisten waren, hatte keinerlei kriegsentscheidenden Effekt

Und mit dem IS ist es genauso wie damals mit den Nazis, die können die Bombardierungen für sich propagandistisch ausschlacten.
Und sicherlich wird der eine oder andere Zivilist in Syrien nach den Bombardierungen zum IS Anhänger, was er ohne Bombenangriffe nie geworden wäre.

Das Moral Bombing war gerechtfertigt, weil Hitler auch England massiv bombardiert hat, wobei viele unschuldige Zivilisten starben, aber die Bombardierungen hatten keinerlei Einfluss auf den Ausgang des Krieges, wiel die Menschen sogar wegen der Bombardierungen noch länger für Hitler kämpften, siehe Volkssturm, usw.

Und die Naziverbrecher haben damals in bombardierten Städten den Überlebenden Lebensmittel, die diese jahrelang nicht mehr gesehen hatten, ausgegeben, um so die Menschen auf der SEite des Regimes zu halten.
Die Bombardierungen brachten die Menschen eher gegen die Allierten auf und näher an die Nazis heran, erzielten also leider das Gegenteil von dem was sie erzielen sollten.

Und genauso ist es sinnlos den IS zu bombardieren, weil dieser durch die bombardierungen noch meher Anhänger gewinnen kann.
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